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Dienstag, 26. März 2013

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WUB

Unterstützerkreis Berufsstart nimmt weitere ehrenamtliche Paten auf

Weinheim, 23. März 2013. (red/pm) Nicht immer ist der Weg in ein erfolgreiches Berufsleben einfach und direkt greifbar. Der Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart greift Jugendlichen deshalb mit ehrenamtlichen Paten unter die Arme. Erfolgreich, wie einige Fallbeispiele zeigen.

Information der Stadt Weinheim:

Die WUB-Paten im Jahr 2013. (Bild: Stadt Weinheim/rk)

Die WUB-Paten im Jahr 2013. (Bild: Stadt Weinheim/rk)

“Das Bild hatte Symbolkraft. „Alle Paten bitte mal aufstehen“, wünschte sich Sabine Beckenbach, die bei der regionalen Jugendagentur „Job Central“ für die Begleitung der ehrenamtlichen Unterstützer zuständig ist. 35 Personen erhoben sich von ihren Plätzen – allesamt ehrenamtlich tätige Patinnen und Paten, die Weinheimer Jugendliche auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben begleiten, Mitglieder des Weinheimer Unterstützerkreises Berufsstart (WUB). Sabine Beckenbach rechnete vor: „Jeder von Ihnen ist im Durchschnitt etwa 100 Stunden pro Jahr tätig, das sind jetzt 3500 Stunden bürgerschaftliches Engagement.“ Eine beeindruckende Zahl, ein eindringliches Bild.
Der WUB ist im vergangenen Jahr nochmal gewachsen und konnte seine Patenschaften an Weinheimer Schulen und seine Bemühungen in Ausbildungsbetrieben weiter ausbauen. Insgesamt 43 Patinnen und Paten
sind jetzt für den Unterstützerkreis unterwegs, um jungen Menschen in den Beruf zu helfen – 35 hörten jetzt im „Hermannshof“ die Jahresberichte und bewegende Erfolgsbeispiele.
Prof. Dr. Hansjörg Weitbrecht, Vorsitzender des WUB-Sprecherkreises, berichtete davon, dass die Anforderungen an die Paten trotz einer aktuell entspannten Arbeitsmarktsituation nicht geringer werden. Die Veränderungen in der Schulpolitik des Landes beträfen die WUB-Arbeit, und „der Arbeitsmarkt ist für unsere Klientel gar nicht entscheidend, sondern die Motivation zu lernen und sich um eine Ausbildung zu kümmern“. Der WUB entwickle sich durchaus immer weiter, so habe man erkannt, dass Kontakte zu den Eltern der Schüler besonders wichtig sind. „Unsere Jugendlichen“, beschrieb Weitbrecht, „haben eine hohe Affinität zum Elternhaus, übrigens ungeachtet dessen, was das Elternhaus ihnen bietet“. Auch sei man bestrebt, den Schülerinnen und Schülern die richtigen Werte mit auf den Lebensweg zu geben.
Die beiden Patinnen Marie Antoinette Mayer und Beate Hofmann-Friebe schilderten zwei Fallstudien, die auch für andere Paten Anlass zur Hoffnung und Motivation waren: Zum Beispiel jene der jungen Marokkanerin, die mit zwölf Jahren ohne jegliche Deutschkenntnisse nach Weinheim kam. Hier schaffte sie zunächst keinen Hauptschulabschluss; unter den Fittichen der WUB-Patenschaft gelang ihr eine Entwicklung, die zu einer Lehrstelle und einem selbstbestimmten Leben einer jungen Frau führte. Oder die Geschichte von den zwei Jungen aus Marokko und der Türkei. Sie waren schlechte Schüler ohne Motivation. Während der Patenschaft verbesserten sie sich deutlich, insbesondere in Deutsch, und ihre Hoffnungen auf einen Ausbildungsplatz wachsen.
Lob aus berufenem Munde erhielten WUB-Sprecher und –Paten auch. Zunächst von Dr. Dorothee Freudenberg – ihr Vater Hermann Freudenberg hatte den WUB vor zwölf Jahren gemeinsam mit Dr. Heinrich Hornef gegründet. „Ich finde es beeindruckend“, erklärte sie, „wie es dem WUB gelungen ist, sein Thema zum Thema der ganzen Stadt zu machen“. Da passte es, dass Pia Gerber, die Geschäftsführerin der Freudenberg-Stiftung, und Dr. Susanne Felger, in Weinheim für die Kommunale Koordinierung am Übergang Schule-Beruf zuständig, von der Jahrestagung der „Weinheimer Initiative“ berichten konnten. In dieser nach Weinheim benannten Bildungsinitiative sind Kommunen aus der ganzen Republik zusammengeschlossen. „Überall wünscht man sich als Unterstützung so einen ehrenamtlichen Einsatz“, erklärte Pia Gerber, „aber nirgends wird es so umgesetzt wie hier“. Und Susanne Felger konnte bestätigen: „Der WUB in Weinheim steht exemplarisch dafür, wie sich die Bildungslandschaft mit bürgerschaftlichem Engagement zusammenbringen lässt.“ Auch Prof. Dr. Dieter Hermann, vom Heidelberger Institut für Kriminologie und Gastredner beim WUB, bescheinigte: „Sie tragen zur Lebensqualität und zum Sozialkapital in dieser Stadt bei.“
Zehn neue Paten haben in den vergangenen Monaten ihre Arbeit für den WUB begonnen, sie wurden jetzt beim Jahrestreffen begrüßt: Uta Bausch-Klinger, Dr. Konrad Exner, Theo Gänz, Dr. Markus Grass, Stephan Heinz, Erika Hilsenstein, Bernd Leukel, Dr. Hans Wielinger, Kurt Wittig und Julia Kantorek – sie ist mit 18 Jahren die mit Abstand jüngste WUB-Patin.
Offiziell verabschiedete Weitbrecht seinen Vorgänger und WUB-Gründer Dr. Heinrich Hornef aus dem Sprecherkreis. Der jetzt 82-jährige Volkswirt und frühere Manager war zehn Jahre Vorsitzender des Sprecherkreises, bevor er vor drei Jahren in die zweite Reihe trat. Sein Nachfolger im Sprecherkreis ist Dr. Hermann Daum.”

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