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Sonntag, 01. September 2013

Offene Info-Veranstaltung zur Jugendgemeinderatswahl am 28. Januar

Jugendpolitik aus erster Hand

Weinheim, 23. Januar 2013. (red/pm) Heidelberg hat einen, Dossenheim hat einen, Ladenburg und Schriesheim auch: Einen Jugendgemeinderat. Auch in Weinheim soll im März erstmals ein politisches Jugendgremium gewählt werden. Gleich nach den Weihnachtsferien besuchte Gabi Lohrbächer-Gérard, Referentin des Oberbürgermeisters und im Rathaus zuständig für Ratsdienste, alle weiterführenden Weinheimer Schulen, um für die Wahl zu motivieren.

Information der Stadt Weinheim:

“Allerdings: Das passive und aktive Wahlrecht gilt natürlich für alle Jugendliche, wenn sie in Weinheim wohnen und das passende Alter haben – auch wenn sie außerhalb der Stadt eine Schule besuchen oder bereits berufstätig sind.
Deshalb gibt es jetzt zum Abschluss der Informationstour am Montag, 28. Januar, ab 19.30 Uhr, auch nochmal eine offene Veranstaltung, zu der alle Jugendlichen eingeladen sind – sie findet im Saal der Stadtbibliothek in der Luisenstraße statt.

Dabei gibt es Jugendpolitik aus erster Hand. Die Stadt hat zwei Jugendgemeinderäte aus Ladenburg eingeladen; sie werden von ihren Erfahrungen, ihren Themen und und Einflussmöglichkeiten berichten. Danach geht es in die heiße Phase der Bewerbungen – die Frist endet am Mittwoch, 6. Februar.

Rund 2000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren wählen im März 2013 erstmals einen Jugendgemeinderat als beratendes Gremium des „großen“ Gemeinderates. In der Satzung ist definiert: „Der Jugendgemeinderat vertritt die Interessen der Jugendlichen gegenüber der Verwaltung und dem Gemeinderat und seinen Ausschüssen. Er hat die Aufgabe, den Gemeinderat der Stadt Weinheim in Fragen, die die Jugendlichen in Weinheim betreffen, zu beraten. Er ist in den Ausschüssen in Fragen, die die Jugendlichen in Weinheim betreffen, zu hören.“

Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Schülerinnen und Schüler, die wählbar und wahlberechtigt sind. Sie müssen eigentlich nur zwei Kriterien erfüllen: Wählbar und wahlberechtigt sind alle Jugendlichen, die am letzten Tag des Wahlzeitraums das 14. Lebensjahr aber noch nicht das 20. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei  Monaten mit Hauptwohnsitz in der Stadt Weinheim wohnen. Dann können sie wählen und gewählt werden.

Der letzte mögliche Tag für eine Anmeldung ist der Mittwoch, 6. Februar. Jeder Kandidat muss sich auf einem Anmeldebogen mit eigener Unterschrift bei den „Ratsdiensten“ anmelden. Die Anmeldungen müssen schriftlich eingehen (Anschrift: Gabi-Lohrbächer-Gérard, Stadtverwaltung Weinheim, Ratsdienste, Zimmer 209, Eingang A, 1. Obergeschoss,  bei Rückfragen: Telefon 06201 / 82 – 216, oder [email protected]).

Mit dem 7. Februar beginnt dann die Zeit, in der sich die Kandidatinnen und Kandidaten vorstellen können. Die Stadt plant in Verbindung mit dem Stadtjugendring auch eine persönliche Vorstellungen im Stadtgebiet, aber auch eine Broschüre und angemessene Internet-Präsentationen. Zur Wahlurne gehen die 14- bis 19-jährigen Weinheimer Jugendlichen dann in der Woche vom 8. bis 16. März. Gewählt wird jeweils ein Tag an einer Schule, sowie am Samstag, 16. März an einem neutralen Ort. An diesem Tag sind jene Jugendlichen der Stadt zur Wahl aufgerufen, die keine Weinheimer Schule besuchen sowie jene, die unter der Woche aus irgendeinem Grund verhindert waren. “

Ideenschmiede wird im März fortgesetzt

Bürger bringen Vorschläge zum Klimaschutzkonzept

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Rund 50 Bürger/innen interessierten sich für das Klimaschutzkonzept der Stadt und brachten Vorschläge ein.

Weinheim, 16. Januar 2013. (red/ld/aw) Die Stadt will Energie sparen und mit geringeren Kohlendioxidemissionen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen deshalb am Montagnachmittag zur Ideenschmiede Klimaschutz zusammen, um Ideen für ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln. Unterstützt wird das Projekt durch das Energieberatungsunternehmen Enerko.

Auf den ersten Blick könnten sich die Bürgerinnen und Bürger freuen: Seit 1990 verbraucht Weinheim 24 Prozent weniger Energie, fassten die Experten von Enerko zu Beginn der Ideenschmiede zusammen. Das Ziel der Bundesregierung, in den nächsten zehn Jahren rund 20 Prozent weniger zu verbrauchen wäre damit erfüllt. Doch die Rechnung ist mit Freudenberg gemacht. Ohne den Weinheimer Standort des internationalen Familienunternehmens macht die Ersparnis nur noch 4 Prozent aus.

Es muss etwas passieren in der Stadt. Dazu gehört unter anderem der Ausbau erneuerbarer Energien, beispielsweise durch die geplanten Windkraftanlagen, für die derzeit ein geeigneter Standort gesucht wird. Auch Photovoltaik- und Geothermieanlagen könnten ausgebaut werden. Außerdem bestünde ein Potential in der thermischen Sanierung von Gebäuden und auch im Straßenverkehr seien Einsparungen möglich. Jedoch nicht beim größten Posten, dem Autobahnverkehr. Darauf hat die Stadtverwaltung keinen Einfluss.

Erneuter Termin mit Bürgerbeteiligung im März

Die Teilnehmer bekamen jede Menge Folien präsentiert.

Bis in den frühen Abend diskutierten die Bürgerinnen und Bürger in drei Arbeitsgruppen zu den Themen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Verkehr über Lösungen. Allerdings blieb viel zu wenig Zeit, um alle Diskussionen zu einem befriedigendem Abschluss zu bringen. Es wurde daher vereinbart, den Interessierten eine Liste mit möglichen Maßnahmen zum Klimaschutz zukommen zu lassen. Diese können die Vorschläge dann innerhalb einer Woche bewerten und ergänzen.

Anschließend erfolgt eine weitere Bewertung durch die Experten von Enerko. Der Vorschlag des so zustande gekommenen Maßnahmenkatalogs wird dann erneut mit der Stadtverwaltung abgestimmt und bei der nächsten Bürgerveranstaltung vorgestellt und diskutiert. Diese soll am 14. März 2013, um 16 Uhr wieder im Schulungsraum des Feuerwehrzentrums in der Bensheimer Straße stattfinden.

Die Klimaschutzbilanz der Stadt Weinheim zeigt erste Erfolge. Aber auch, dass noch viel zu tun ist. (Quelle: Enerko, Präsentation zur Bestandsanalyse)

Torsten Fetzner referiert am 17. Januar beim „Runden Tisch Demografie“

Wie entwickelt sich die Weststadt?

Weinheim, 07. Januar 2013. (red/pm)  Er machte schon den Auftakt: Im Oktober 2012 war es Weinheims Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, der mit einem „gemeinsamen Liedersingen“ das neue Kultur- und Veranstaltungsprogramm „Miteinander-Füreinander“ des „Runden Tisch Demografie“ eröffnete. Fetzner ist der einzige Referent, der im ersten Programm 2012/13 gleich zwei Auftritte hat. Der Auftakt war gesellig, diesmal wird es ernster und fachlich: Am Donnerstag, 17. Januar, 14.30 Uhr bis 17 Uhr, spricht der Technische Dezernent der Stadtverwaltung zum Thema: „Städtebauliche Entwicklung in der Weststadt“. Stadtentwicklung ist eines der Spezialthemen des promovierten Bauingenieurs.

Information der Stadt Weinheim:

“Damit setzt der Runde Tisch Demografie in den Räumen von „Pamina“ am Marienplatz 1 die Veranstaltungsreihe fort, die im Oktober 2012 begonnen hat. Zur Teilnahme sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aufgerufen – aller „Altersklassen“. Das Motto des Runden Tischs heiße schließlich „Gemeinsam älter werden“, betont Christiane Springer als Sprecherin des Runden Tischs. Als Kostenbeitrag sind 3 Euro zahlbar vor Ort. Dafür gibt es auch Kaffee und Kuchen.

Zur Erinnerung: Es war im Sommer 2012, da stellte sich der „Runde Tisch Demografie“ in der Weststadt erstmals vor. Unter der Federführung von Christiane Springer vom Deutschen Roten Kreuz wollten die Akteure des Runden Tisches von Menschen im Alter „50 plus“ wissen, was sie sich denn wünschen, um „Miteinander und Füreinander gemeinsam älter zu werden im Quartier (Weststadt)?“ Es füllten sich einige Flipcharts, die von den Teilnehmern des Runden Tischs (das sind außer dem Roten Kreuz der Stadtseniorenrat, der Verein Pro Weststadt Weinheim, der Stadtjugendring als Träger des Mehrgenerationenhauses, der Tauschring und das Amt für Jugend, Soziales, Senioren und Familien) ausgewertet worden sind.

Eine der meistgenannten Anregungen war eine regelmäßige Begegnung von Menschen dieser Altersgruppe, am liebsten kulturell geprägt und stets am selben Ort zur selben Zeit. Speziell in der Weststadt gebe es hierbei Nachholbedarf.
Die weiteren Veranstaltungen stehen schon fest. Es handelt sich dabei um ein Gedächtnistraining mit Christine Münch (31. Januar), Erste Hilfe für Senioren (7. Februar), einen Dia-Vortrag der Siedlergemeinschaft zur Geschichte der Weststadt (21. Februar), Garten-Tipps für den Frühling (7. März) und zum Abschluss der ersten Saison eine Weststadt-Führung mit Stadtführer Franz Piva (21. März ab dem Kurhaus im Stahlbad).

Rückenwind bekommt der „Runde Tisch Demografie“ vom Landesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren“, nachdem das Projekt offiziell in das Landesprogramm „Miteinander-Füreinander 50plus“ aufgenommen worden ist. Diese Programmaufnahme ist auch mit Fördermitteln verbunden.”

Energieteam arbeitet in Zukunft mit professioneller Software

Investition im Energiemanagement bewilligt

Weinheim, 21. Dezember 2012. (red/aw) Weinheim treibt die lokale Energiewende weiter voran und steigt in das “Energie-Controlling” ein.  In der letzten Sitzung vor Weihnachten, am 19. Dezember, hat der Gemeinderat der Anschaffung einer professionellen Software zugestimmt. Eine Investition, die sich bezahlt machen könnte.

Mit Hilfe von “systematischen Energiecontrolling” wil die Stadt Weinheim auch in Zukunft in Sachen Energiewende gut aufgestellt sein. Die Fraktionen im Gemeinderat bekräftigten die Entscheidung der Stadtverwaltung, die Energieausgaben in den städtischen Gebäuden auf lange Sicht zu reduzieren. Dank einem speziell entwickelten Computerprogramm soll in Weinheim künftig die Gebäude- und Zählerstruktur der kommunalen Nichtwohngebäude abgebildet sowie ihre Verbrauchsdaten einfacher erfasst werden.

Der Kauf einer solchen Energiemanagement-Software wird etwa 21.000 Euro kosten. Zusätzlich fallen rund 5.600 Euro Bentzerkosten im Jahr an. Kosten, die die Stadt bereit ist zu investieren, um in Zukunft zu sparen. Das von der “Klimaschutz- und Ernergieagentur Baden-Württemberg” (KEA) verwedente Controlling-Instrument der Firma IngSoft, wird vom Energieteam des Bauverwaltungsamtes genutzt und soll die lästige Eingabe von Werten abschaffen. Die Hausmeister und Gebäudeverantwortlichen müssen zwar weiterhin selbst ablesen, übermitteln die Daten dann aber automatisch in die Software.

Eine Investition, die beim Sparen helfen soll.

Bereits seit zwei Jahren beschäftigt sich das Energieteam der Stadt Weinheim mit der KEA. Erkenntnisse aus Probeläufen haben ergeben, dass es erhebliches Einsparungspotential bei Schulen, Kindergärten, im Rathaus oder anderen öffentlichen Gebäuden gibt. Die Stadt hofft dabei auf Erfolge, wie sie aus anderen Kommunen erzielt wurden. Einsparungen von mindestens fünf Prozent der Energiekosten konnten durch systematisches Energie-Controlling bereits kurz nach Einführung der Software verzeichnet werden.

Das Energiemanagement-Programm soll ich Laufe des Jahres 2013 angeschafft werden . Die bisher von der KEA bereits erfassten Daten wie Verbräuche, Flächen, Nutzungszeiten, Tarife, Klimadaten und Nutzerzahlen können in das neue Programm übernommen werden.

Bürgerinitiative "Schutz vor Bahnlärm" und die Stadt ziehen am selben Strang

Gemeinsam gegen den Bahnlärm

Weinheim, 21. Dezember 2012. (red/aw) Weinheim ist zu laut. Davon ist nicht nur die Bürgerinitiative “Schutz vor Bahnlärm östlich und westlich der Bergstraße” überzeugt, sondern auch die Stadtverwaltung. Gemeinsam wollen sie nun mit erhöhtem Einsatz gegen die Lärmbelastung in Weinheim vorgehen. Der Gemeinderat schloss sich diesem Engagement an und bewilligte den “Lärmaktionsplan der 1. Stufe”.

Mit über 60.000 Zügen und einem Verkehrsaufkommen von 60 Millionen Kraftfahrzeugen ist Weinheim in Sachen Lärm ganz vorne mit dabei. Die Darstellung des Lärms anhand von Lärmkarten zeigt, dass in Weinheim eine erhebliche Lärmbelastung durch Verkehr besteht. Diese Feststellung war die Grundlage für den Beschluss einer Lärmaktionsplanung der Stufe eins. Inhaltlich soll der Lärmaktionsplan die Entwicklung und Beurteilung von einzelnen Lärmminderungsmaßnahmen analysieren und räumlich verorten.

Eine sinnvolle Umsetzung der Maßnahmen zum Schutz vor Bahnlärm sind aber nur in Zusammenarbeit mit den Lärmverursachern möglich. Daher hat der Gemeinderat die Verwaltung noch einmal explizit beauftragt auf die Hauptverursacher des Lärms zuzugehen und die notwendigen Maßnahmen einzufordern.

Lärmverursacher stellen

Ansprechpartner sind hier vor allem die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt. Denn der Zuglärm ist ein wesentlicher Bestandteil des Lärmproblems in Weinheim. Bisher war die Kommunikation mit der Deutschen Bahn allerdings eher schwierig. Hinter dem Schutzschild “Bestandsschutz” hat sich die Deutsche Bahn in der Vergangenheit immer wieder aus der Verantwortung herausgeredet. Auch deswegen riet der Gemeinderat der Stadtverwaltung und Bürgerinitivative, hiesige Bundestagsabgeordnete in die Diskussion mit einzubringen.

Wichtig für die Lösung der Belastung der Weinheimer Bürgerschaft durch Lärm, wäre auch ein eigenes Gutachten. Bisherige Daten und Erkentnisse sind unvollständig und veraltet. Ob die benötigten Mittel für ein unabhängiges Gutachten der Stadt Weinheim zur Verfügung gestellt werden, muss im Zuge der Haushaltsberatungen entschieden werden.

Die Bürgerinititative “Schutz vor Bahnlärm” und auch der Erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner würden diesen Beschluss begrüßen. Die Bürgerinitivative “Schutz vor Bahnlärm” fordert bereits seit eineinhalb Jahren geeignete Schutzmaßnahmen der Lärmverursacher. (Anm. d. Red.: Ein ausführliches Interview mit der Bürgerinitivative finden Sie hier)

Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner über seine Facebook-Aktivität

“Ich mag es, wenn es schnell geht.”

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Dr. Torsten Fetzner, Erster Bürgermeister, hat Spaß am Umgang mit Facebook: “Die Geschwindigkeit fasziniert mich.”

 

Weinheim, 05. Dezember 2012. (red/aw) Der Erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner steht im ständigen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern von Weinheim. Seit sechs Wochen bewegt er sich auf einer weiteren kommunikativen Plattform: Facebook. Über seine Beweggründe, die Vorteile einer solchen Online-Präsenz und der Faszination des Phänomens Facebook sprach er im weinheimblog.de-Interview.

Interview: Alexandra Weichbrodt

Herr Dr. Fetzner, Sie nutzen seit kurzer Zeit intensiv die Social-Media Plattform Facebook. Warum?

Dr. Fetzner: Ich habe in der Vergangenheit einfach gemerkt, dass ich bestimmte Bevölkerungsgruppen in unserer Stadt nicht mehr erreiche. Besonders jüngere Menschen unter 30 Jahren lesen nicht mehr viel Zeitung. Das habe ich auch bei meiner 19-jährigen Tochter festgestellt, die sich fast ausschließlich über das Internet informiert. Ich habe mir ein Facebook-Profil angelegt, um an diese Altersgruppe heranzutreten mit dem Ziel, über Weinheimer Themen zu informieren.

Wie viele Facebook-“Freunde” haben Sie?

Fetzner: Momentan 323. Da sind Leute dabei, die ich nur vom Sehen kenne, einige private Freunde, und alte Schulkameraden. Aber auch ganz “Unbekannte” aus unserer Stadt und der Umgebung.

Nutzen Sie auch noch andere Social-Media-Dienste?

Fetzner: Nein, Facebook ist momentan die einzige Plattform. Darauf habe ich mich für den Anfang beschränkt. Irgendwie muss ich das Ganze ja auch täglich bewältigen.

“Nichts Privates bei Facebook”

Sind Sie denn eher als Erster Bürgermeister oder als Privatperson online?

Fetzner: In erster Linie bin ich als Erster Bürgermeister bei Facebook. Das ist mir auch wichtig, da ich ohnehin wenig Privatleben habe. Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, werde ich oft als Erster Bürgermeister erkannt und angesprochen. Viele nutzen dann die Gelegenheit, um auch mal direkt mit mir zu sprechen. Das ist auch in Ordnung. Aber die wenige Privatsphäre, die ich habe, möchte ich mir bewahren. Daher nichts Privates von mir über Facebook.

Sie halten aber keine Rücksprache mit dem Pressesprecher der Stadt Weinheim, bevor Sie Beiträge bei Facebook posten?

Fetzner: Nein, ich mach das alles aus dem Bauch heraus. Bisher gab es da auch keine Probleme. Ich informiere eh regelmäßig, beispielsweise den Gemeinderat über aktuelle Geschehnisse. Ich handle autonom und muss mich nach niemandem richten, was sehr schön ist.

Auch über Facebook ansprechbar sein

Welche Erfahrungen haben Sie bereits gemacht? Wie sind die Reaktionen ihrer “Freunde?

Fetzner: Die Reaktionen auf von mir gepostete Informationen sind interessant. Ich finde es höchst spannend, wie die Bürgerinnen und Bürger reagieren und ihre Meinung äußern.

Persönliche Anfragen oder direkte Nachrichten an mich sind bisher eher selten. Gerne dürfen die Menschen aber auch über Facebook mit ihrem Anliegen an mich herantreten.

Sehr auffällig ist, dass ich durch Facebook noch schneller an Informationen herankomme. Ob das jetzt Bilder von aktuellen Ereignissen sind, wie am vergangenen Wochenende beim Weihnachtsmarkt in der Weststadt oder Reaktionen zu Beschlüssen, die im Gemeinderat erfolgen. Dank Facebook kann ich noch am selben Abend die ersten Meinungen dazu sehen bzw. lesen.

Wo sehen Sie Vor- und Nachteile von sozialen Netzwerken?

Fetzner: Für mich ist der größte Vorteil, dass ich schnell mit Leuten in Kontakt kommen kann, die ich normalerweise über traditionelle Medien nicht mehr erreicht hätte. Mit der Betonung auf “schnell”, denn die Geschwindigkeit fasziniert mich. Ich mag es, wenn es schnell geht. Ich habe Spaß an der schnellen Klärung von Sachverhalten, beispielsweise durch e-Mails. Bei Facebook geht das ja noch eine Nummer schneller.

Diese Schnelligkeit kann allerdings auch ein Nachteil sein. Man ist versucht, immer auch schnell zu reagieren. Dabei überdenkt man vielleicht nicht alles, was man antwortet oder postet. Ich versuche da ganz diszipliniert zu sein und nicht unbedingt aus der Emotion heraus, flapsig oder zweideutig zu antworten. Darin liegt auch eine Gefahr.

Dr. Torsten Fetzner ist geübt im Umgang mit Laptop und Co.: “Ich arbeite fast schon Papier-frei.”

 

Sie fühlen sich mit dem allgemeinen Fortschritt der Technik wohl, oder? Ihr Arbeitsplatz lässt es zumindest vermuten. Er ist sehr mobil eingerichtet, mit Laptop und iPad.

Fetzner: Ja, ich fühle mich im Umgang mit diesen Geräten sehr wohl. Ich schreibe nur noch wenig per Hand. Bei Besprechungen habe ich immer mein iPad dabei und mache mir darauf Notizen. Diese maile ich anschließend gleich ins Büro und lege sie dort dann in meinem System ab. Ich arbeite also schon fast Papier-frei. Auch wenn dies in der Verwaltung eher unüblich ist.

Das Internet ist für mich ohnehin unentbehrlich. Da hole ich mir eine Vielzahl an Informationen und nutzte jetzt ja auch die Möglichkeiten der interaktiven Kommunikation. Da ist es schon wichtig, mit der Zeit zu gehen.

“Das Internet ist unentbehrlich”

Auch die Stadtverwaltung Weinheim ist sehr aktiv bei Facebook. Für wie wichtig halten Sie diese Präsenz im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern?

Fetzner: Ich finde das ist mit eine der wichtigsten Aufgaben, die unser Pressesprecher Roland Kern ausfüllt. Er macht die ganze Pressearbeit der Stadtverwaltung immer sehr zeitnah und aktuell. Wann die Informationen aber über die örtliche Presse veröffentlicht werden, können wir nicht beeinflussen. Daher ist Facebook eine gute Möglichkeit für uns, einen Teil der Bürgerinnen und Bürger selbstständig und vorallem schnell zu informieren.

Auf der Weinheim-Seite findet zudem bereits ein guter, regelmäßger Austausch statt. Einfach, weil gepostete Informationen von den Bürgerinnen und Bürgern direkt kommentiert wird. Da werden wichtige Diskussionen angestoßen.

Sie befürworten diese Art von Kommunikation im gesellschaftspolitischen Diskurs?

Fetzner: Ja, denn ich sehe das absolut positiv. Kommunikation ist immer wertvoll und wichtig. Egal, in welcher Form sie stattfindet. Da ist es besser wir kommunizieren über Facebook, als gar nicht.

 

Zur Person:
Dr. Torsten Fetzner ist promovierter Bauingenieur und lebt seit 1985 in Weinheim. Der gebürtige Karlsruher ist seit Dezeber 2005 Erster Bürgermeister von Weinheim. Er ist verheiratet und hat eine 19-jährige Tochter.

Die Naturin Viscofan GmbH präsentiert sich gut aufgestellt für die Zukunft

Naturin sagt “Ja” zum Standort Weinheim

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Der Oberbürgermeister Heiner Bernhard (3.v.l.) und der Erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner (4.v.l.) in den Arbeitshallen der Firma Weidler auf dem Gelände der Naturin Viscofan GmbH in Weinheim.

 

Weinheim, 29. November 2012. (red/aw) Es liegen ereignisreiche Jahre hinter der Naturin Viscofan GmbH: Strukturwandel, Produktionsverlagerung, Einführung neuer Technologien. Die Unternehmsleitung bestätigt den Standort Weinheim und investiert in die Zukunft der Kunstdarm-Produktion. Besonders im Bereich der Collagen-Wursthüllen ist die Naturin Viscofan GmbH am Weltmarkt erfolgreich.

Von Alexandra Weichbrodt

Im nächsten Jahr feiert die Naturin ihr 80-jähriges Bestehen am Standort Weinheim. Seit 30 Jahren ist sie fester Bestandteil der weltweit agierenden Viscofan-Gruppe. In Rahmen einer Firmenführung mit Presse und Stadtverwaltung bekannte sich das Unternehmen nun klar zum Standort Weinheim in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Weinheimer Traditionsunternehmen legt Wert auf zeitgemäße Produktionstechnik, um im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.

Eine Mission und viele Visionen

Der Geschäftsführer der Naturin Viscofan GmbH Bertram Trauth führte aus, worauf es dem Unternehmen jetzt und auch in Zukunft ankommt:

Unser Ziel ist es besser, schneller und flexibler als alle anderen zu sein.

Die Aufgabe bestehe darin, das Optimum für den Kunden zu erreichen. Möglich wäre dies nur durch die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für einen weltweiten Markt.

Die Basis dafür sei banal: Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sowie eine klare und einfache Mitarbeiter-Führung seien die Voraussetzung.

Wir arbeiten qualifiziert und leistungsorientiert. Wir sind kein Mädchenpensionat.

Geschäftsführer Bertram Trauth: “Wir sind kein Mädchenpensionat.”

Ausserdem liege es im Interesse des Unternehmens Entwicklung, Produktion und Vertrieb möglichst wirtschaftlich miteinander zu vereinen. Besonders im Bereich der Collagen-Produkte wolle man in Zukunft als Kompetenzzentrum agieren.

„Strukturwandel erfolgreich geschafft“

Der Markt im Produktions-Segment der “essbaren Hüllen” wächst. Die Grundlage für das Wachstum eines Unternehmens, wie der Naturin Viscofan GmbH, sei die beste Qualität, so der Technische Leiter Wilfried Schobel.

Die Entscheidung über die Einführung neuester Produktionstechnologien zur Herstellung von Collagen-Produkten fiel im Jahr 2007. Eineinhalb “heiße Jahre” später habe man die reibungslose Funktionalität der neuen Anlage erreicht:

Seit 2009 verwenden wir im Bereich der essbaren Hüllen die modernste Technik weltweit.

Die Super Fast Edible-Technologie (SFE) wird im nächsten Jahr sogar um ein weiteres Modul ergänzt. SFE Plus ist ein neu entwickeltes Trocknungssystem, mit dem die Energie noch effizienter genutzt werden kann, indem beispielsweise Luft mehrfach verwendet wird.

Die Naturin Viscofan GmbH sieht sich für die Zukunft daher gut aufgestellt:

Wir haben viel technologisches Potenzial unter unseren Mitarbeitern und außerdem starke Partner in der Region.

Zu den Partnern in der Region gehört auch die Firma Weidler aus Weinheim, die in den Firmengebäuden der Naturin einen eigenen logistischen Teil in der Produktions- und Vertriebskette betreibt.

Energiekosten sind ein immer stärker werdender Faktor

In Zukunft wird die Naturin Viscofan GmbH vor allem im Bereich Energiegewinnung weitere Maßnahmen ergreifen, um die steigenden Ausgaben für die benötigten Energien aufzufangen.

Man sei in Baden-Württemberg wahrscheinlich der größte private Stromverbraucher ohne eigenes Kraftwerk, so Schobel. Noch sei man zum Teil EEG befreit. Auch, wenn die Grenze des Verbrauchs von 14 Prozent “schwer zu erreichen” sei.

Bisher waren die Ausgaben der Naturin Viscofan GmbH “relativ stabil”. Allerdings sei mit Wegfall der EEG-Umlage ein deutlicher Anstieg zu erwarten. 2012 werden es noch etwa 11 Millionen Euro Energiekosten sein. Im Jahr 2013 rechnet man bereits mit Ausgaben in Höhe von 13,6 Millionen Euro.

Das Thema zwingt uns dazu, uns mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auseinander zu setzen,

Hier wolle man investieren, versichert auch Geschäftsführer Trauth. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll das Projekt “Kraft-Wärme-Kopplung”(KWK) in Angriff genommen werden. Wann genau eine Fertigstellung zu erwarten ist, weiß man derzeit aber noch nicht. Die Viscofan-Gruppe unterstützt die Installation von KWK-Anlagen. In Spanien und Mexiko sind die Unternehmen zum Teil bereits damit ausgestattet.

Zahlreiche Vertreter der Stadt waren zum Informationsvortrag der Geschäftsleitung erschienen.

Soziale Verantwortung

Oberbürgermeister Heiner Bernhard schätzt an der Naturin Viscofan GmbH besonders die “absolut hohe Identifikation des Unternehmens mit dem Standort Weinheim”:

Die Naturin ist für uns ein Ansprechpartner ohne Schwelle.

Doch neben gemeinschaftlichem Engagement für Kulturverantstaltungen, Schulen oder Vereinen legt das Unternehmen nach eigenen Angaben besonderen Wert auf eine “vorrausschauende Personalpolitik”.

Der Leiter der Abteilung “Personal und Soziales” Uwe Seehaus erläuterte, dass mit ein bisschen Flexibiliät fast jeder Auszubildene übernommen werden könne. Vielleicht nicht in seinem ursprünglich erlernten Tätigkeitsfeld, aber mit einer sicheren Beschäftigung im Unternehmen.

Der Oberbürgermeister lobt diese Einstellung:

Diese Art von Vorratspolitik ist aufgrund des demografischen Wandels wichtig und wird von der Naturin beeindruckend umgesetzt.

Mit einem Weiterbildungsbudget von 435.000 Euro im Jahr, werden Fachseminare, Talentprogramme, Workshops und Trainings der Mitarbeiter finanziert.

Die Unterstützung berufsbegleitender Qualifikationen ist für uns sehr wichtig,

betonte Seehaus. Daneben biete die Naturin Viscofan GmbH ihren 500 Arbeitnehmern in vielen Bereichen Leistungen, die “über den tariflichen Bestimmungen” lägen. Dazu gehöre die Bereitstellung von Arbeitskleidung und Schutzausrüstung ebenso, wie die flexiblen Möglichkeiten einer Freistellung für Mitarbeiter. Beispielsweise, wenn persönliche Umstände eine „häuslichen Pflege“ erfordern.

Rekord-Umsatz im Jahr 2011

Mit der finanziellen Entwicklung des Unternehmens ist die Geschäftsleitung äußerst zufrieden. Die Erträge der Naturin Viscofan GmbH ”entwickeln sich fantastisch“. Im Jahr 2011 hat das Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 140 Millionen Euro ein Rekord-Ergebnis erzielt.

Zuvor hatte man sich 2010 im Zuge des Wandels von allen Risiken, wie beispielsweise Fremdwährungen, befreit.

Das hat Geld gekostet,

erklärte Bernhard Kissel, der Leiter des Finanzwesens der Naturin Viscofan GmbH. Daher habe die Umsatzkurve in der Übersicht im Jahr 2010 einen deutlichen Knick. Etwa 127 Millionen Jahresumsatz konnten damals verbucht werden. Im Folgejahr dann aber bereits das Rekord-Ergebnis und auch für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 ist man optimistisch. Die Unternehmensleitung geht von einer weiteren Steigerung des Umsatzes auf 144 Millionen Euro im nächsten Jahr aus. Für 2014 rechnet man mit 147 Millionen Euro Gesamtumsatz.

Betrachte man den Markt der “essbaren Wursthüllen”, sei diese positive Entwicklung weiter fortzuführen bzw. noch auszubauen. Vertriebsleiter Alfred Bruinekool bestätigt, dass die Viscofan-Gruppe mit 32 Prozent Marktanteil im Collagen-Segment „deutlich führend” ist.

Der Wursthüllenmarkt bestehe zur einen Hälfte aus Natur- und zur anderen Hälfte aus Kunstdarm-Produkten. Im Kunstdarm-Bereich sei Collagen mittlerweile ein viel verwendeter Bestandteil. Die Produktionsleistung des Weinheimer Unternehmens mit Hilfe der SFE-Technologie sei “weltweit spitze”.

Die Investionen der letzten Jahr haben sich also durchaus gelohnt,

versichert Geschäftsführer Bertram Trauth. Allein im Jahr 2011 investierte die Naturin Viscofan GmbH rund 15 Millionen Euro in die technische Verbesserung der Produktion. Damit habe man die:

richtige Produktion mit der weltweit modernsten Technik.

Im Zusammenspiel mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern könne man so die Kunden zufrieden stellen.

Das ermöglicht uns “Ja” zum Standort Weinheim zu sagen. Sowohl der Standort als auch die Arbeitsplätze sind sicher.

So ganz ohne Entgegenkommen der Arbeitnehmer konnte dies allerdings nicht gewährleistet werden. Daher schloss die Naturin Viscofan GmbH mit ihren Beschäftigten einen Standortsicherungsvertrag ab. Dieser beeinhaltet die Bereitschaft der Angestellten bis 2016 wöchentlich 39,5 statt 37 Stunden zu arbeiten. Ohne zusätzliche Bezahlung. Im Gegenzug verpflichtet sich die Naturin keine Entlassungen durchzuführen.

Ein kompletter Wegzug des Unternehmens, wie von Kritikern – nach der Verlagerung eines Produktionssegments nach Serbien im Jahr 2007 – befürchtet, ist aufgrund dieser Tatsachen eher unwahrscheinlich.

“Wir sagen “Ja” zum Standort Weinheim.” Diese Aussage freut nicht nur die Beschäftigten der Naturin sondern auch die Stadt.

 

Erster Bürgermeister bezieht Stellung zur Forderung der Bürgerinitiative "Schutz vor Bahnlärm"

“Wir ziehen am selben Strang”

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Dr. Torsten Fetzner steht mit der Bürgerinitiative in regelmäßigem Kontakt.

Weinheim, 28. November 2012. (red/aw) Die Bürgerinitiative “Schutz vor Bahnlärm östlich und westlich der Bergstraße” hofft auf die Unterstützung des Gemeinderats, um finanzielle Mittel für ein unabhängiges Gutachten des Bahnlärms in Weinheim erstellen zu lassen. Auch der Erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner bezieht Stellung und würde einen solchen Beschluss begrüßen.

Interview: Alexandra Weichbrodt

Herr Dr. Fetzner, die Bürgerinitiative ist guter Hoffnung, dass der Gemeinderat die finanziellen Mittel für ein eigenständiges Gutachten der Stadt Weinheim bewilligt. Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit eines positiven Beschlusses ein?

Dr. Torsten Fetzner: Ich kann mir vorstellen, dass der Gemeinderat ein eigenes Gutachten in Auftrag gibt. Auch gehe ich davon aus, dass neue Messungen im Rahmen des Gutachten schlechtere Lärmimmissionswerte ergeben werden. Von daher wäre das kein rausgeworfenes Geld.

Ich würde ein eigenes Gutachten begrüßen.

Sie würden sich die Unterstützung durch den Gemeinderat also wünschen?

Fetzner: Ja, ich würde einen solchen Beschluss begrüßen. Der Weg dahin muss aber im Detail noch mit der Bürgerinitiative diskutiert werden. Hier gibt es mehrere mögliche Wege.

Wie können Sie aus Sicht der Stadtverwaltung die Zusammenarbeit mit den zuständigen Verhandlungspartnern beschreiben?

Fetzner: Die Bahn bewegt sich bei diesem Thema praktisch nicht. Daher könnte die Vorlage gutachterlich abgesicherter Zahlen eine gute Grundlage für erneute Verhandlungen mit der Deutschen Bahn bieten.

Wie beurteilen Sie das Engagement der Bürgerinitiative in Weinheim?

Fetzner: Die Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative ist konstruktiv, kooperativ und stets sachbezogen. Wir ziehen am selben Strang.

 

Hintergrund:
Die Bürgerinitiative  “Schutz vor Bahnlärm östlich und westlich der Bergstraße” und die Stadtverwaltung haben ein gemeinsames Ziel: Mehr Lärmschutz entlang der Bahnhlinie auf der kompletten Weinheimer Gemarkung.

Im weinheimblog.de-Interview berichteten die Köpfe der Bürgerinitiative Dr. Hans Irion, Joachim Körber und Peter Thunsdorff über ihren ehrenamtlichen Einsatz, ihre Beweggründe und Hoffnungen. Sie fordern aktiven Lärmschutz von den übergeordneten Behörden und der Deutschen Bahn.

Am 12. November 2012 übergaben sie Dr. Torsten Fetzner rund 500 Unterschriften, um den Handlungsbedarf zu verdeutlichen. Nach Schätzungen der Bürgerinitiative sind etwa 5.000 bis 6.000 Bürgerinnen und Bürger in Weinheim vom Bahnlärm betroffen.

Strategie-Abstimmung mit der Stadt

Mit Rückenwind gegen den Bahnlärm

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Die Bürgerinitiative legt fast 500 Unterschriften zur Bekräftigung des Lärmaktionsplanes vor. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim, 12. November 2012. (red/pm) Die Bürgerinitiative „Schutz vor Bahnlärm“ gibt keine Ruhe. Das wird auch nicht von ihr erwartet. Ganz im Gegenteil. Die Menschen in Weinheim sind offensichtlich dankbar für diese Vertretung der Bürgerschaft, und die Verwaltungsspitze im Rathaus freut sich über den Rückenwind; denn die Forderungen nach Lärmschutz bei den übergeordneten Behörden und bei der Deutschen Bahn erfordern Nachdruck. „Deshalb sind wir sehr froh über deutliche Meinungsäußerungen aus der Bevölkerung“, erklärte jetzt Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner bei einem Treffen mit den Vertretern der Bürgerinitiative.

Information der Stadt Weinheim:

“Deren Sprecher Dr. Hans Irion, Joachim Körber und Peter Thunsdorff überbrachten dem Dezernenten an die 500 Unterschriften und Kommentare von Bürgerinnen und Bürgern, die sich jetzt für eine Verbesserung der Lärmsituation in Weinheim ausgesprochen haben. Viele Bürgerinnen und Bürger haben nicht nur eine Unterschrift geleistet, sondern konkrete Anregungen gemacht, wie ein besserer Lärmschutz erreicht werden könnte. Dass es in Weinheim in der Nähe der Bahnlinie zu laut ist – darin ist sich die Bürgerinitiative mit der Stadtverwaltung einig. Das Amt für Stadtentwicklung erarbeitet im Moment einen Lärmaktionsplan. Kastor Höhn, der Stellvertretende Leiter des Fachamtes, erläuterte,
dass die Eingaben der Bürger zur richtigen Zeit kommen; so können sie während der Phase der Offenlage gleich in den Lärmaktionsplan einfließen. Gemeinsames Ziel: Mehr Lärmschutz entlang der Bahnhlinie auf der kompletten Weinheimer Gemarkung.

Bürgermeister Dr. Fetzner bot regelmäßige Treffen mit der Vertretern der Bürgerinitiative an, um jeweils die weitere Strategie abzustimmen. Schließlich ziehe man an einem Strang – und dies sollte man auch in Berlin (im Bundesverkehrsministerium) und in Bonn (beim Eisenbahnbundesamt) spüren. Irion, Körber und Thunsdorff erklärten, dass sie auf allen politischen Ebenen einen höheren Grad der Sensibilisierung wecken wollen. In der nächsten Zeit wollen sie die Fraktionen des Gemeinderates besuchen. Ihr Anliegen: Das Gremium soll die Mittel bewilligen, mit denen die Stadt auf eigene Kosten ein unabhängiges Lärmschutzgutachten erstellen lässt. Den Gutachten der Bahn, die außerdem schon einige Jahre alt sind, wolle man nicht vertrauen. Die Lärmbelastung habe sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Ein eigenes Gutachten werde, so die BI, die Argumentationsbasis der Stadt und ihrer Bürger verbessern. Desweiteren werde man Kontakt mit den Bundestagsabgeordneten und dem Regierungspräsidium aufnehmen. Auch der Bundestag beschäftige sich im Moment mit dem Thema Bahnlärm, berichtete Joachim Körber und bestätigte: „Da ist was im Gange.“ Auch er bekräftigte den Willen, konstruktiv mit der Stadtverwaltung zusammenzuarbeiten. „Wenn die Stadt Weinheim gewinnt, bekommen die Bürger den Lärmschutz, den sie verdient haben.“

Entwurf des Teil-Flächennutzungsplans liegt zur Bürgerbeteiligung offen

Aktive “Windenergie”

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Vorentwurf der Stadt Weinheim: “Flächenanalyse zur Steuerung von Standorten für Windenergieanlagen im Stadtgebiet”

 

Weinheim, 09. November 2012. (red/aw) Am gestrigen Abend trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rolf-Engelbrecht-Haus, um sich von der Stadtverwaltung über mögliche Standorte für Windenergieanlagen informieren zu lassen. Die Meinungen der Weinheimer dazu sind gespalten. Ab heute liegt der Teil-Flächennutzungsplan “Windenergie” offen. Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner bittet um aktive Stellungnahmen der Bevölkerung.

Von Alexandra Weichbrodt

Rund 90 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um zu erfahren, wo eventuelle Windenergieanlagen in Weinheim angesiedelt werden könnten. Und obwohl Bürgermeister Dr. Fetzner gleich zu Beginn der Veranstaltung klar machte, dass noch “keine Entscheidung gefallen ist”, sondern lediglich “erste Vorschläge gemacht werden”, musste diese Tatsache noch einige Male im Laufe des Abends wiederholt werden.

Sechs potenzielle Flächen ausgewählt

Außer Frage steht, ob Weinheim regenerative Energiegewinnung durch Windanlagen will oder braucht. Nur wie und wo, muss noch geklärt werden. Nach Änderung des Landesplanungsgesetz (PDF) durch die grün-rote Landesregierung in Stuttgart, liegt diese Entscheidung jetzt bei den Kommunen. Diese können die Platzierung von Windenergieanlagen selbst steuern oder eben nicht. Weinheim hat sich für die aktive Variante entschieden, erklärt Dietmar Schmittinger vom Weinheimer Stadtentwicklungsamt:

Würden wir auf das Aufstellen eines Teil-Flächennutzungsplanes „Windenergie“ verzichten, könnten bei einem konkreten Vorhaben weder die Verwaltung noch die Bürger direkt Einfluss auf die Planung nehmen.

Die Aufstellung des Teil-Flächennutzungsplanes „Windenergie“ mit Freibereichen sei durchaus komplex und umfangreich, erklärte Stadtplaner Dietmar Schmittinger. Es gehe unter anderem um Abstände zur Wohnbebauung, zu Straßen und anderen Verkehrstrassen, um Umwelt- sowie um Tier- und Landschaftsschutzaspekte. „Ob, wann und wo wirklich gebaut wird, ist noch nicht absehbar“, versichert auch der Leiter des Amts für Stadtentwicklung Sven-Patrick Marx.

Standen Rede und Antwort (v. l. n. r.): Dietmar Schmittinger, Sven-Patrick Marx, Dr. Torsten Fetzner, Julian Adler, Frank Buchholz.

 

Gemeinsam mit dem Planungsbüro Fischer aus Linden (Mittelhessen) hat das Amt für Stadtentwicklung nun Standortuntersuchungen in Weinheim durchgeführt und den ersten Entwurf des Teil-Flächennutzungsplan erstellt. In diesem Plan sind sechs Nutzungsflächen unterschiedlicher Größe aufgeführt, an denen nach ersten Untersuchungen Windenergieanlagen theoretisch möglich wären.

“Lediglich ein erster Planungsschritt”

Julian Adler vom Planungsbüro Fischer erklärt: “Das hier vorgestellte Planungskonzept zeigt Freibereiche und Potenzialflächen, die nach einheitlichen Kriterien des Windenergieerlass des Landes Baden-Württemberg (PDF) ermittelt wurden.”  Kriterien sind unter anderen gewisse Schutzabstände, also eine Entfernung zu beispielsweise Wohnbauflächen von 700 Metern. Auch Naturschutzflächen und tierökologische Untersuchungen werden bei der Planung berücksichtigt. Hier liegen zwar noch nicht alle abschließenden Gutachten vor, aber bisher sei Weinheim auch nur beim “ersten Planungsschritt”.

(Anm. d. Red.: Die ermittelten Freibereiche finden Sie mit weiteren Informationen am Ende dieses Artikels in der Galerie.)

Um möglichen Konflikten vorzubeugen, will die Stadt Bürgerinnen und Bürger bei der Aufstellung des Teil-Flächennutzungsplan “Windenergie” so gut mitnehmen, wie es nur geht. Dafür wurde das “Team Ewen” aus Darmstadt mit in das Projekt “Bürgerbeteiligung” geholt. Die Experten auf dem Gebiet des Prozess- und Konfliktmanagements im Bereich Planung, Technik und Umwelt sollen dazu beitragen, dass “ein guter Dialog” zustande kommt.

Frank Buchholz stellte das Angebot für intressierte Bürgerinnen und Bürger im Planungsprozess vor:

Im Januar 2013 finden Vor-Ort-Termine statt, bei denen die  Entwickler Rede und Antwort stehen.

Außerdem gäben diese Besichtigungen eine gute Gelegenheit das Thema zu visualisieren und der Frage “Wie passt so ein Windrad in das Landschaftsbild?” nachzugehen. Zudem wird eine “Bürgerwerkstatt” veranstaltet, bei der Gegner und Befürworter von Windenergieanlagen Argumente vorbringen können, um auf dieser Grundlage gemeinsam einen Lösungsweg zu finden.

Meinungen zur “Windenergie” gehen auseinander

Bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern konnte man klar zwei Gruppen unterscheiden: Windenergie-Befürworter und Windenergie-Gegner. Beide Seiten brachten Argumente und Einwände vor, die entweder mit Applaus, Bravorufen oder spöttischem Gelächter und Kopfschütteln kommentiert wurden.

Viele interessierte Weinheimer Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich über die Steuerung der Windenergieanlagen zu informieren.

Großen Zuspruch fand der Einwand eines Herrn, warum die Bürgerbeteiligung jetzt erst beginne, wo doch die Flächen bereits ausgewiesen sind. Er fühle sich “verkackeiert, denn die Würfel sind doch bereits gefallen”.

Woraufhin Sven-Patrick Marx erneut darauf hinweisen musste, dass im bisherigen Entwicklungsprozess lediglich eine Grundlage zur Diskussion geschaffen wurde:

Zu einem früheren Zeitpunkt hätten wir über potenzielle Flächen debattiert, die vielleicht ohnehin nicht in Frage kämen. Jetzt haben wir mit dem Standortgutachten eine fundierte Diskussionsgrundlage für die Öffentlichkeit geschaffen, über die gemeinsam entschieden werden kann.

Der Stadtverwaltung wurde aber auch von beiden Lagern Dank dafür ausgesprochen, dass diese sich dem Thema aktiv angenommen hat und so gewährleistet, dass nicht ausgewiesene Flächen auch tatsächlich anlagenfrei bleiben. Auch, wenn nicht für alle nachvollziehbar war, warum grade diese bestimmten Gebiete als Nutzungsfläche empfohlen werden. “Im Tal ist der Wind ja nicht allzu stark”, war unter anderem zu hören. Aber der Wind wurde auch noch nicht untersucht. Diese Untersuchung sei finanziell sehr aufwendig, sagte Julian Adler vom Planungsbüro Fischer. Und Bürgermeister Torsten Fetzner ergänzte:

Wir planen auch nicht für die Energieversorger oder Investoren. Die Berechnungen der Wirtschaftlichkeit liegt am Ende bei dem Betreiber der Windenergieanlagen. Wir stellen nur fest, wo diese potenziell gebaut werden könnten.

Bürgerbeteiligung ausdrücklich erwünscht

Bis zum endgültigen Teil-Flächennutzungsplan ist es noch ein langer Weg. Bis zum 09. Februar 2013 können Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen abgeben, die zum Bestandteil des Verfahrens werden.

Wir brauchen Sie und bitten Sie, sich am Planungsprozess zu beteiligen,

appelliert Dr. Torsten Fetzner. Alle Unterlagen zum Teil-Flächennutzungsplan finden Sie ab heute auf der Internetseite der Stadt Weinheim oder als Auslage im Foyer der Stadtbibliothek Weinheim. Sämtliche Stellungnahmen der Bürgerschaft werden in die Auswertung der Konzentrationsflächen einfließen. Über den überarbeiteten Entwurf entscheidet im April 2013 dann der Weinheimer Gemeinderat. Anschließend wird der Beschluss noch einmal offengelegt und die Bevölkerung hat erneut die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Da es sich um Windenergieanlagen handelt, die eine Gesamthöhe von bis zu 200 Metern haben, unterliegt die endgültige Genehmigung den Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetz (PDF) bei der Immissionsschutz-Behörde Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. Erst dann ist die rechtskräftige Genehmigung durch das Regierungspräsidium möglich. Ziel der Stadtverwaltung Weinheim ist es, einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan bis zum Inkrafttreten des einheitlichen Regionalplanes 2013/2014 zu erarbeiten.

Terminhinweis: Laut aktuellem Planungsstand werden am Samstag, den 26. Januar 2013 Vor-Ort-Begehungen durchgeführt. Zunächst treffen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger um 13 Uhr an der Weinheimer Kolpingscheuer, um anschließend (gegen 15 Uhr) mit einem Shuttlebus in den Ortsteil Rippenweiher an die Keltensteinhalle zu fahren. Die “Bürgerwerkstatt” findet voraussichtlich am 26. Januar zwischen 16:30 und 19:00 Uhr, in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums statt. (Änderungen vorbehalten)

Runder Tisch Energie begrüßt die Pläne der Stadt

Für frischen Wind bei der Energiewende

Weinheim, 06. November 2012. (red/pm) Der Runde Tisch Energie begrüßt die Bemühungen der Stadt, künftig Planungen von Windenergie-Anlagen kommunal zu steuern. Das bedeute jeweils eine vor Ort abgewogene Standortentscheidung in engem Kontakt zur Bürgerschaft, finden die Mitglieder des Runden Tisches und verweisen auf die Bürger- Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung am Donnerstag, 8. November, 18.00 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus.

Information der Stadt Weinheim:

“Dabei soll den Bürgern unter anderem das Standortgutachen mit den ermittelten „Freibereichen“ vorgestellt werden. Diese sind die Diskussionsgrundlage für den neuen sachlichen Teil-Flächennutzungsplan “Windenergie”. Am Tag danach, dem 9. November, beginnt die Offenlage der Planung mit formeller Bürgerbeteiligung. Die Pläne sind im Internet unter www.weinheim.de einsehbar oder direkt im Amt für Stadtentwicklung (Rathaus. Eingang D, 2. OG) sowie im Foyer der Stadtbibliothek in der Luisenstraße zu den üblichen Öffnungszeiten.

Der Runde Tisch Energie, ein bürgerschaftliches Gremium, welches das lokale Klimaschutzkonzept Weinheims begleitet, unterstützt dieses Vorgehen und wünscht sich baldige positive Ergebnisse, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung.
„Die große Mehrheit der Bevölkerung ist sich einig, dass unser Land in Zukunft mehr regenerative Energiequellen nutzen muss, um die Atomenergie zu ersetzen und etwas für den Klimaschutz zu tun. Ein wichtiger Baustein ist die Nutzung der Windenergie“, heißt es dazu am Runden Tisch Energie. Die Weinheimer Stadtverwaltung habe nun einen Schritt auf diesem richtigen Weg unternommen, indem sie die Frage angeht, wo im Stadtgebiet Windenergieanlagen aufgestellt werden können und sollen.

Ganz wichtig sei, dass die Kommune selbst über Standorte entscheiden kann und dass die Standortsuche somit in engem Kontakt mit der Bürgerschaft betrieben wird. Am Ende komme die Windenergie auch dann der Stadt Weinheim zugute, wenn örtliche Firmen von dem Projekt profitieren können. Das Ziel, im ganzen Land einen Anteil von zehn Prozent Windenergie zu erreichen, dürfe dabei nicht aus dem Auge verloren werden. Das Gremium wünscht sich deshalb konstruktive Diskussionen, um so viele Windkraftstandorte wie nötig zu finden. Berechtigte Einwände von Anwohnern und Naturschützern dürften nicht vernachlässigt werden. Der Runde Tisch Energie erhofft sich aber, dass dabei nicht die Verhinderung von Windanlagen sondern die Suche nach guten Lösungen das Ziel sei.

Man sei auch deshalb optimistisch, weil die technische Entwicklung die modernen Windenergieanlagen immer leiser und effizienter mache, so dass sie in Zukunft auch umweltverträglicher platziert werden können. Wenn es bei der Umsetzung um eine Vergabe an Investoren gehe, finde sich im besten Fall sogar eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die vor Ort eine Energiegenossenschaft gründen oder sich einer bestehenden Genossenschaft anschließen. Eine solche Entwicklung will der Runde Tisch Energie unbedingt unterstützen. Info: Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung am Donnerstag, 8. November, 18 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus zum Teil-Flächennutzungsplan “Windenergie”.”

Nicht abreißende Kritik an den Wartezeiten in der Nordstadt

Die Stadt hakt bei der Bahn nach

Weinheim, 31. Oktober 2012. (red/pm) Die Stadtverwaltung hat wiederholte Kritik zu den „sinnlosen” Wartezeiten an den Schranken der Bahnlinie Weinheim – Fürth erneut zum Anlass genommen, bei der Deutschen Bahn um Erklärung zu bitten, warum es Wartezeiten an geschlossenen Schranken gibt, ohne dass ein Zug kommt, bevor die Schranke wieder öffnet. Der Leiter des Tiefbauamtes Karl-Heinz Bernhardt machte dabei deutlich, dass die technische Abnahme der Schrankenanlagen durch die Stadt Weinheim noch nicht erfolgt sei, weil für ihn gerade diese grundsätzliche Frage noch nicht abschließend und verbessert geklärt ist. „Eine modernisierte Anlage darf prinzipiell nicht zur Verschlechterung der Verkehrssituation in Weinheim führen”, so Bernhardt.

Information der Stadt Weinheim:

“Die DB Netz AG erklärt die Wartezeiten mit der neuen Bahnübergangssicherungstechnik: Bei herannahendem Zug wird das Schließen der Schranke ausgelöst. Wesentliche Bestandteile der neuen Technik sei dabei jeweils eine “Gefahrraumfreimeldung mittels Radar” (GFR), die mit Aufleuchten des Rotlichtes aktiv wird.

Werde dieses vorsätzlich oder fahrlässig ignoriert oder gar der Bahnübergang bei geschlossenen Schranken gequert, meldet das GFR eine Belegung des Bahnübergangs, wodurch der herannahende Zug keine Signalfreigabe erhält. Dies wiederum bedeutet dann stets längere Wartezeiten, weil sich durch den inzwischen abgebremsten oder auch zum Halten gekommenen Zug die Fahrzeit verlängert. Weil der Zug auf Signal für freie Fahrt warten muss und er den Bahnübergang nicht in der vorgeschrieben “Scanzeit” von 68 Sekunden quert, öffnen sich die Schranken wieder. Erst danach löst der wartende Zug erneut das Schließen der Schranken aus. Dazu kommt, dass diese Kettenreaktion auch eintritt, wenn einer der benachbarten Bahnübergänge Alte Landstraße, Bergstraße oder Gunterstraße überquert wird, denn diese sind aufgrund ihrer gegenseitigen Nähe miteinander geschaltet.

DB Netz teilt mit, dass eine stichprobenartige Auswertung der in der Bahnübergangssicherungsanlage an der Bergstraße gespeicherten Daten den Schluss zuließen, “dass im Mittel etwa 3x täglich wegen des Erkennens einer Belegung des Bahnübergangs durch die GFR die Schrankenschließung zumindest verzögert wird.” Um zusätzliche verlängerte Schrankenschließzeiten weitgehend auszuschließen, bittet DB Netz darum, auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in geeigneter Weise Einfluss zu nehmen. Bernhardt: “Wir bitten deshalb insbesondere Fußgänger und Radfahrer eindringlich, das Rotlicht und natürlich die geschlossenen Schranken immer zu respektieren, um unnötige Wartezeiten für den Kfz-Verkehr, aber auch für die Fahrgäste der Weschnitztalbahn zu vermeiden – vorrangig aber natürlich für die eigene Sicherheit.”

Mit der Erklärung der DB Netz ist die Stadt aber nicht zufrieden. Stadt- und Verkehrsplaner Stephan Fischer hält die Rotlicht- und Schließzeit der Schranken für zu lang, weil das unberechtigte Queren letztendlich hierdurch erst verursacht werde. Jeder könne beobachten, dass die Bahn hier nur sehr geringe Geschwindigkeiten fährt. “Scheinbar wurde hier eine höhere Geschwindigkeit zugrunde gelegt”, meint Fischer. Das Tiefbauamt hat deshalb nochmals dringlich um ein Gespräch mit DB Netz gebeten. Der Auslösezeitpunkt für das Rotlicht und für den Schließvorgang der Schranke muss erneut überprüft werden, insbesondere für den Zug aus Richtung Bahnhof, der nur sehr langsam in Richtung Weschnitztal fährt. Fischer: „Es müssen Wartezeiten erreicht werden, die zumindest gegenüber dem Zustand vor der Erneuerung nicht als länger empfunden werden.“

50 Jahre HaWei: Wasserolympiade ein voller Erfolg

Am Ende gewinnen alle

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Bei der Wasserolympiade im HaWei ging es mächtig rund.

 

Weinheim, 29. Oktober 2012. (red/aw) Das Weinheimer Hallenbad (HaWei) feierte an diesem Wochenende mit mehreren Veranstaltungen sein 50-jähriges Jubiläum. Das Highlight war die Wasserolympiade am Samstagabend. Zehn Teams kämpften für den guten Zweck um die Herrschaft des Wasserolymps.

Von Alexandra Weichbrodt

Während draußen der Winter Einzug hielt, war es im HaWei gewohnt tropisch warm. Bei 30 Grad Luft- und 31 Grad Wassertemperatur war von Winteranfang nicht viel zu spüren. Die Sportler der zehn Mannschaften sollten aber nicht nur aufgrund des angenehmen Klimas ins Schwitzen kommen. In sechs Disziplinen galt es so viele Punkte wie möglich zu holen, um am Ende viel Geld für das Pilgerhaus in Weinheim spenden zu können.

Die Stimmung unter den Wassersportlern ist gut. Das ursprüngliche Teilnehmerfeld wurde noch kurzfristig um zwei Mannschaften des Deutschen Roten Kreuzes ergänzt. Am Start waren außerdem ein Team der Feuerwehr, der Stadtverwaltung und der Stadtwerke Weinheim, Vereinsmannschaften der Weinheimer Blüten, TSG Weinheim und DLRG Hemsbach, sowie die Firmen Weidler GmbH und Kadel Sanitär GmbH aus Weinheim. Pro Team waren fünf bis acht “Sportler” zugelassen. Männer und Frauen kämpften miteinander.

“Die Spiele sind eröffnet”

Um Punkt 18 Uhr werden die Spiele im kleinen Becken des Hallenbades eröffnet. Es könnte kaum spektakulärer losgehen: In einem überdimensional großem Wasserball muss pro Mannschaft zwei Mal 25 Meter über das Wasser gelaufen werden. Ob auf allen Vieren oder per Salto, die Fortbewegungsmöglichkeiten innerhalb des Wasserballes sind groß und die Techniken der Teams äußerst kreativ. Am Ende hat die Feuerwehr mit 1 Minute und 55 Sekunden den schnellsten Lauf in Spiel eins absolviert. Damit lagen sie nur ein paar Sekunden vor den beiden zeitgleich platzierten Mannschaften der Firma Kadel und des DRK 2.

Während für viele im Vorfeld mehr der olympische Gedanke “Dabei sein ist alles” zählte, ist spätestens jetzt auch beim letzten Wassersportler der Ehrgeiz geweckt. Schnell wird allen Beteiligten klar: Wer hier gewinnen will, muss sich anstrengen. Doch eigentlich gewinnen ja alle, betont Manfred Maser vom Odenwälder Shanty Chor, der im bunten Hawaiihemd durch die Veranstaltung führt.

Für die restlichen fünf Disziplinen geht es in das große Becken, wo auch schon Spiel zwei auf die Teams wartet. Das “Schlauchboot-Tauziehen” verlangt den Mannschaften einiges ab. Jeweils vier Teammitglieder mussten rudern, was die Arme hergaben, um die Gegner auf ihre Seite zu ziehen. Unter lauten Anfeuerungsrufen ihrer Fans ging es in die Duelle. Das längste fand zwischen den Weinheimer Blüten und den Stadtwerken statt. Bereits nach dem ersten von drei Durchgängen waren die Ruderer beider Teams ganz schön ausgepumpt. Am Ende setzten sich dann aber die Stadtwerke, mit ihrem Chef Peter Krämer durch und konnten wertvolle Punkte für die Gesamtwertung erzielen.

Die “Olympioniken” mussten zum Teil hart einstecken, besonders bei der Disziplin “Fischerstechen”.

 

Ausgedacht hat sich das Ganze das Team des Hallenbades. Gemeinsam mit den Stadtwerken haben sie die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums geplant und organisiert. Bereits am Freitagabend fand ein das Aqua-Kino statt. Gezeigt wurden zwei Filme für Jung und Alt.

Das Aqua-Kino ist großartig angekommen, besonders die Kindervorstellung war hervorragend besucht,

sagt Peter Krämer. Und auch die Wasserolympiade zieht die Menschen in das Hallenbad. Etwa 250 Besucher, sind zum Startschuss der Spiele ins HaWei gekommen. Einen großen Teil davon bilden die zehn Mannschaften mit ihrer Anhängerschaft. Wenn es darum geht zu helfen, müssen sich Vereine und Firmen aus Weinheim und Umgebung nicht lange bitten lassen.

Es ist toll, dass sich zehn Mannschaften so spontan dazu entschlossen haben mitzumachen. Einfach perfekt,

freut sich Betriebsleiter des HaWei, Herbert Hutter, der auch gleichzeitig die Spielleitung innehält. Er ist der Mann der Punkte, Zwischenstände und Ergebnisse. Aufmerksam notiert er jedes Duell und seinen Ausgang.

Voller Einsatz für die gute Sache

Beim Staffelschwimmen ist Schnelligkeit gefragt.

Ordentlich zur Sache ging es in Spiel Nummer drei. Gleichgewichtssinn und Angriffslust waren hier gefragt. Beim “Fischerstechen” war das Ziel den Gegner vom Rand des Schlauchboots zu stoßen. Gar nicht so einfach, wie die Mitspieler feststellten. Der ein oder andere musste zum Teil harte Stöße einstecken. Am Ende triumphierten die, denen es gelang Geschick und Balance zu vereinen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit fand in Spiel vier statt. Staffelschwimmen unter erschwerten Bedingungen war angesagt. Jeweils fünf Schwimmer pro Team wurden mit T-Shirt ins Wasser geschickt. Bei freier Auswahl des Schwimmstils, galt es so schnell wie möglich 5×25 Meter zu absolvieren. Die Mannschaft der TSG Weinheim hatte hier mit 1 Minute und 4 Sekunden klar die Nase vorn. Platz zwei sicherten sich die Stadtwerke, mit einer Zeit von 1,24 und Platz drei belegte die DLRG Hemsbach, mit 1 Minute und 29 Sekunden.

Die TSG war auch im fünften Spiel erfolgreich. Wenn auch nur ganz knapp. Beim Wettrutschen war Gleitfähigkeit gefragt. Die fünf TSG’ler sausten am schnellsten durch die große Rutsche des HaWei. Mit einer Gesamtzeit von 37 Sekunden lagen sie allerdings nur einen Hauch vor den beiden zeitgleichen Teams der Feuerwehr und der Stadtwerke, die mit 39 Sekunden mininal langsamer waren.

OB Heiner Bernhard wagte den Sprung vom Dreimeter-Turm.

Spannend wurde es dann beim sechsten und letzten Spiel. Schirmherr der Veranstaltung, Oberbürgermeister Heiner Bernhard, bestieg den Dreimeter-Turm und zeigte worum es ging: Höhentauglichkeit und Treffsicherheit.

Jeweils fünf Mannschaftsmitglieder müssen in zwei unterschiedlich große, im Wasser fixierte Körbe treffen. Jeder Teilnehmer hat dafür zwei Würfe, wobei ein Treffer in den kleineren Korb drei Punkte, in den größeren nur einen bringt. Eine echte Herausforderung, wie sich herausstellte. Lediglich Reinhold Albrecht traf für das Team der Feuerwehr in den blauen Korb und sicherte so drei Punkte. Punkte die am Ende noch wichtig werden sollten. “Korbwerfen” war ein krönender Abschluss dieser Wasserolympiade. Auch die Zuschauer gaben noch einmal alles und belohnten jeden Treffer mit lauten Jubel.

Erschöpft, aber zufrieden

Oberbürgermeister Heiner Bernhard warf außer Konkurrenz, fieberte aber sichtlich für das Team der Stadt mit. Die Wasserolympiade ist “eine schöne Sache, die man öfters mal machen könnte”. Das Hallenbad Weinheim sei als eines der ältestes Schwimmbäder der Region nach wie vor wichtig für die Stadt Weinheim, findet er:

Mit über 96.000 Besuchern im Jahr, ist es auch Teil der städtischen Kultur und Lebensqualität.

Erschöpft aber zufrieden, sind die Teams nach den sechs absolvierten Spielen. Nun bleibt noch die Frage: Wer hat gewonnen und wie viele Punkte und somit Euro wurden erspielt? Herbert Hutter zieht sich zurück und rechnet das Endergebnis aus. Es wurde knapp auf den vorderen Plätzen. Lange sah es so aus, als würde die TSG Weinheim am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen. Allerdings gelang es der Feuerwehr im letzten Spiel noch einmal aufzuholen. Mit drei Punkten Vorsprung gewannen sie am Ende vor der TSG und der Stadtverwaltung Weinheim.

Die erfolgreichsten Wassersportler: Das Team der Feuerwehr Weinheim.

Die Platzierungen im Überblick:

1. Platz – Feuerwehr Weinheim
2. Platz – TSG Weinheim
3. Platz – Stadtverwaltung Weinheim
4. Platz – Firma Kadel Sanitär & die Stadtwerke Weinheim
6. Platz – DLRG Hemsbach
7. Platz – Weinheimer Blüten
8. Platz – DRK 1
9. Platz – Firma Weidler
10. Platz – DRK 2

 

Doch viel wichtiger als die Platzierung war das Gesamtergebnis der erspielten Punkte.

426 Punkte und somit 426 Euro wurden für eine soziale Einrichtung in Weinheim erspielt,

verkündet Manfred Maser bei der Siegerehrung. Die Stadtwerke unterstützen mit dieser Spende das Pilgerhaus Weinheim.

So haben am Ende irgendwie doch alle gewonnen.

Konzeptgruppe der Schulentwicklung Weststadt spricht Empfehlung aus

Moderation mündet in der Politik

Weinheim, 18. Oktober 2012. (red/pm) Für Marc Pfeiffer, den Moderator im Moderationsprozess „Schulentwicklung Weststadt“, ist es ein „Spurwechsel“. Nach rund einem Jahr intensiver Bürgerbeteiligung, zwei World Cafés, mehreren Workshops und Konzepttreffen, mündet der Prozess nun – wie geplant – in der Kommunalpolitik. Nach dem Wunsch der Stadtverwaltung beschäftigt sich der Gemeinderat in den nächsten zwei Monaten gleich zweimal mit der weiteren Entwicklung der Schullandschaft in Weinheims Westen – jeweils öffentlich.

Information der Stadt Weinheim:

“Am Mittwoch, 24. Oktober, soll das Gremium über den Stand des Moderationsprozesses informiert werden und erstmals die Empfehlungen diskutieren. Dann könnte in der November-Sitzung der Gemeinderat das weitere Vorgehen beschließen. Wie das aussehen könnte, darüber herrschte neulich im letzten Treffen der Konzeptgruppe vor der Gemeinderatssitzung Konsens. Im Laufe der vergangenen Monate hatten sich zwei Szenarien herauskristallisiert. Beide sehen den Neubau einer Grundschule in einem Gebäudekomplex mit dem Rolf-Engelbrecht-Haus in der Breslauer Straße vor; mit Nutzung von Synergien, so dass ein gemeinsames „Bildungs- und Kulturzentrum“ entstehen könnte. Eine Variante sieht die Integration der Johann-Sebastian-Bach-Schule im Gebäudekomplex vor.

Der Schulstandort der heutigen Albert-Schweitzer-Schule wäre damit aufgegeben. Der zweite Grundschulstandort in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule soll erhalten bleiben.
Den Mitgliedern der Konzeptgruppe ist außerdem wichtig, dass die Qualität des Schülerhorts in der Weststadt in jedem Szenarium erhalten bleibt. Vor allem die Pädagogen im Prozess betonten, dass die Kompetenz des Hortes weiter erforderlich sein wird, selbst wenn die „neue“ Albert-Schweitzer-Grundschule Ganztagesschule wird.

Die Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule hat inzwischen den Antrag gestellt, ab dem nächsten Schuljahr eine offene Ganztagesschule zu sein. Auch damit beschäftigt sich der Gemeinderat am 24. Oktober. Bekanntlich hat die Schulentwicklung im Laufe des letzten Jahres parallel zum Moderationsprozess an Fahrt aufgenommen, seit dem klar ist, dass der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung zu sinkenden Schülerzahlen vor allem bei den Werkrealschulen führt. Die Karrillon-Werkrealschule und die DBS-Werkrealschule sollen daher mit Beginn des nächsten Schuljahres fusionieren. Die neuen Entwicklungen konnten im Moderationsprozess gleich berücksichtigt werden und der Gemeinderat wird hierüber in seiner Novembersitzung beraten.

Wie soll es nun im politischen Raum nach Wunsch der Teilnehmer des Moderationsprozesses weitergehen? Zunächst sollen die beiden präferierten Szenarien im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht und mit Kosten belegt werden. Aufgabenstellung soll dabei auch sein, mögliche Einspareffekte zu prüfen, zum Beispiel durch die Vermarktung des heutigen Grundstücks der Johann-Sebastian-Bach-Schule. Im Zuge der Machbarkeitsstudie hält die Verwaltung die Einschaltung einer externen Projektsteuerung für ratsam.

Im Moderationsprozess selbst wollen Marc Pfeiffer und die Akteure der Stadtverwaltung als nächstes die Vereine einbinden, um über künftige Nutzungen des Rolf-Engelbrecht-Haus als Teil eines Kultur- und Bildungszentrums zu diskutieren. Dazu sind alle betroffenen Vereine, also auch jene, die derzeit in der Schweitzer-Schule oder der Joh.-Seb.-Bach-Schule untergebracht sind, am Mittwoch, 15. November, 19 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus, im Nebenzimmer des „Alex“, eingeladen. Nach den Entscheidungen am 21. November soll der Moderationsprozess ordnungsgemäß abgeschlossen werden, auch darauf hat sich die Konzeptgruppe verständigt. Hierzu ist eine Sitzung mit „Manöverkritik“ für 26. November angesetzt.
Info

Der Moderationsprozess Schulentwicklung Weststadt hat zwei Szenarien erarbeitet, die nun im Weinheimer Gemeinderat beraten werden. Die Verwaltung beantragt, dass für beide Szenarien eine Machbarkeitsstudie mit Kostenermittlung in Auftrag gegeben wird. Beide Szenarien sehen vor, dass eine neue Weststadt-Grundschule in einem Gebäudekomplex („Schul- und Kulturzentrum“) mit dem Rolf-Engelbrecht-Haus entsteht. Eine Variante integriert zusätzlich die Johann-Sebastian-Bach-Förderschule. Bei beiden Szenarien bleibt die zweite Weststadt-Grundschule in der DBS erhalten, ebenso die „Schülerhort-Qualität“ mit eigener pädagogischer Ausrichtung. Der Gemeinderat berät am Mittwoch, 24. Oktober, 17 Uhr in öffentlicher Sitzung die Ergebnisse des Moderationsprozesses.”

Konzeptgruppe der Schulentwicklung Weststadt spricht Empfehlung aus

50 Jahre: HaWei feiert Jubliäum

“Die Spiele haben es in sich”

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Vertreter der “Olympioniken” sind sich sicher, dass es am 27. Oktober viel Spaß, Spannung und gute Laune im HaWei bei den “Spielen” geben wird.

 

Weinheim, 16. Oktober 2012. (red/aw) Es geht um Ruhm, Ehre und den guten Zweck. Das Hallenbad Weinheim (HaWei) feiert vom 26. bis 28. Oktober sein 50-jähriges Jubiläum. Der Höhepunkt wird die Wasserolympiade am Samstag sein. Acht Mannschaften werden bei spaßigen Spielen ab 17 Uhr alles geben, um Geschick, Kraft und Können zu beweisen.

Von Alexandra Weichbrodt

Stadtwerke-Chef Peter Krämer strahlt. Man merkt ihm das Wettkampffieber schon an, seine Augen glänzen. Er wird selbstverständlich mitmachen. Am 27. Oktober. Wenn im HaWei die “Spiele” beginnen. Wasserspiele – ist ja klar:

Das wird mit Sicherheit ein Riesenspaß.

Mit dabei sind Teams der Feuerwehr, Stadtverwaltung und Stadtwerke Weinheim,  Vereinsmannschaften der Weinheimer Blüten, TSG Weinheim und DLRG Hemsbach, sowie die Firmen Weidler GmbH und Kadel Sanitär GmbH aus Weinheim. Pro Team sind fünf bis acht “Sportler” erlaubt. Geschlechtertrennung gibt es nicht. Männer und Frauen kämpfen miteinander.

Acht Teams – sechs Spiele

Am Abend des 15. Oktobers trafen sich die Vertreter der teilnehmenden Teams im HaWei, um zu erfahren was bei den großen Wasserspielen auf sie zukommt. Der Betriebsleiter des HaWei, Herbert Hutter, stellte den Delegierten das Programm der Olympiade erstmalig im Detail dar:

Die zu absolvierenden Spiele haben es in sich. Sie erfordern Einsatz, Anstrengung und Geschick. Doch vor allem Spaß an der Sache.

Bewertet wird mit einem detailliert ausgeklügeltem Punktesystem. Es geht nicht nur um einen Wettbewerb der Teams, besonders motivierend wird die Gesamtleistung aller sein: Denn jeder Punkt wird in einen Euro Spendengeld “umgemünzt” und die Summe für einen guten Zweck gespendet. 516 Punkte können insgesamt erspielt werden. Durch die Olympiade führt Manfred Maser vom Odenwälder Shanty Chor als Moderator:

Mehr oder weniger musikalisch, mit Sicherheit aber unterhaltend.

Die Spiele beginnen  mit der nahezu biblischen Herausforderung über das Wasser zu laufen, naja – genauer gesagt zu rollen. In einem überdimensional großen Wasserball müssen zwei Teammitglieder beim ersten Spiel über das Wasser laufen. Geplant sind zwei Mal 25 Meter pro Mannschaft – ob das “realistisch” ist, wird sich zeigen.

Wie das genau funktioniert und welchen Schwierigkeitsgrad dieses Spiel tatsächlich hat, konnten wir leider im Vorfeld nicht testen,

sagt Peter Krämer. Falls es schwieriger als gedacht sein sollte, will man diese “Disziplin” flexibel anpassen.

Alle anderen Spiele wurden allerdings gewissenhaft durchgespielt und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft,

ergänzt Herbert Hutter. Mitarbeiter und Schwimmmeister der Stadtwerke Weinhem hatten bereits ihr Vergnügen bei den verschiedenen Wasserdisziplinen:

Und ich kann versichern, die haben viel Spaß gehabt und noch mehr Ehrgeiz entwickelt.

Das Hallenbad-Team wird allerdings nicht antreten, sondern die Veranstaltung sichern.

Einsatz, Anstrengung und Geschick

Im zweiten Spiel gilt es die gegnerische Mannschaft im “Schlauboot-Tauziehen” zu besiegen. Die zwei Teams sitzen dabei mit jeweils vier Spielern in einem Schlauchboot, welche  per Seil miteinader verbunden sind. Sobald das Startstignal ertönt, gilt es zu rudern was die Arme hergeben. Das Team, das die Gegner zuerst über eine markierte Stelle im Becken zieht, gewinnt.

Eine wahre Wasserschlacht verspricht Spiel Nummer drei zu werden: Fischerstechen. Kniend, auf dem Rande eines Schauchboots, kommt es zum direkten Duell zweier Kontrahenten. Rittergleich muss der Gegner mit einer Schaumstoffstange vom Rand gestoßen werden. Ein zweites Teammitglied sitzt mit im Boot um die Balance und den Angriff nach vorne zu gewährleisten. Sieger ist, wer seinen “Sitz” verteidigt.

Spiel Nummer vier verspricht ein spannendes Rennen. Als “leichtbekleidete” Staffelschwimmer müssen jeweils vier Teammitglieder hintereinander 25 Meter im Becken absolvieren. Entscheidend ist die Zeit. Wer schneller schwimmt, gewinnt. Der Schwimmstil ist dabei frei wählbar. Allerdings wird die Schwierigkeit durch eine vorgeschriebene Kleiderordnung erhöht.

Rutschig wird es dann bei Spiel fünf. Welches Team gleitet wohl am schnellsten durch die große Rutsche in der Weinheimer Schwimmhalle? Fünf Mitspieler pro Team müssen nacheinander die Sausebahn hinunter, wobei der Vorangerutschte ein akustisches Signal für den Nachrutscher auslösen muss. Auch hier gewinnt das Team, welches am rutschigsten und somit am schnellsten ist.

Konzentration und Geschick erfordert die Abschlussdisziplin “Korbwerfen”. Im sechsten und letzten Spiel ist nicht nur Höhentauglichkeit, sondern auch Treffsicherheit gefragt. Vom Dreimeter-Sprungbrett müssen jeweils fünf Manschaftsmitglieder zwei unterschiedlich große, im Wasser fixierte Körbe treffen. Jeder Teilnehmer hat dafür zwei Würfe, wobei ein Treffer in den kleineren Korb drei Punkte, in den größeren nur einen bringt. Dieses Spiel ist nicht nur der krönende Abschluss der Wasserolympiade, es ist auch das Spiel mit den am meisten zu holenden Punkten. Eine Motivation für die Teams, auch am Ende des Wettkampfs noch einmal alles zu geben.

Hohe Motivation für die gute Sache

Wer sich wohl die Herrschaft des Wasserolymps sichert? Die Vertreter der Mannschaften zeigten sich bei der Vorbesprechung äußerst motiviert und ehrgeizeig. Viel Zeit für ein ausgeprägtes Trainingsprogramm bleibt allerdings nicht mehr. Ob geheime Trainingslager eingerichtet worden sind, wollte niemand verraten.

Für alle, die sich dieses Spektakel vom trockenen Beckenrad anschauen wollen, ist neben den unterhaltsamen Wasserspielen noch einiges mehr geboten. Es kann getanzt und gefeiert werden. Musik gibt es von Carsten Best mit Sängerin sowie DJ Alex. Die TSG Weinheim bietet Cocktails an, das Catering besorgt die “Piano Lounge”. Eine Veranstaltung für die ganze Familie und das bei freiem Eintritt ab 16:00 Uhr.

Problematisch könnte es allerdings werden, wenn neben sportlichen Rekorden auch Besucher-Rekorde geknackt werden. Vor zehn Jahren, beim 40jährigen Jubiläum, lockte es 1.200 Besucher in das HaWei. Da könnte es mit den Parkplätzen eng werden, obwohl die Naturin ihre Plätze bereits zur Verfügung stellt und auch gegenüber des Hallenbads einige vorhanden sind. Eventuell bestehe noch die Möglichkeit das Freudenberg-Gelände dafür zu nutzen. Allerdings appelliert Stadtwerke-Chef Peter Krämer auch an den olympischen Geist der Besucher:

Wir hoffen natürlich, dass gerade die Weinheimer ganz sportlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu uns kommen.

Das Jubiläumswochenende des Hallenbads Weinheim bietet neben der Wasserolympiade am Samstag, auch noch einiges mehr für Wasserratten. Mit Preisen wie vor 50 Jahren können Besucher das ganze Wochenende für 50 Cent Eintritt  das Hallenbad nutzen. Und sogar noch eine Besonderheit haben sich die Betreiber ausgedacht. Wer noch Pfennig-Münzen hat, kann wie zu DM-Mark-Zeiten zahlen: Mit 50 Pfennig (umgerechnet 25 Cent) ist man dabei.

Eine gute Gelegenheit altes Kleingeld loszuwerden bietet sich schon am Freitag Abend, wenn mit dem Aqua-Kino die Jubiläumsfeierei eröffnet wird. Im Programm “Königin der Wellen” für die Kleinsten ab 18:30 Uhr und “Türkisch für Anfänger” um 21:00 Uhr.

Den Abschluss dieses festlichen Wochenendes findet dann am Sonntag von 12:00 bis 17:00 Uhr statt – mit einem liebevoll geplanten Programm für Kinder.  Für Spaß sorgt  der Clown “Cappellino”, zahlreiche Spiele und ein Fingerfarben-Malwettbewerb.

Service:
Einen Überblick über die Angebote finden Sie auf den Seiten der Stadtwerke Weinheim.