Sonntag, 27. November 2011 (22:32 Uhr)

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Rauchmelder rettet einer Schildkröte das Leben


Guten Tag!

Weinheim, 28. Januar 2011. Die Meldung klingt nur im ersten Moment wie eine “bunte Geschichte”. Die Feuerwehr Weinheim hat mit 30 Einsatzkräften das Leben einer Schildkröte gerettet. Dabei ist die “Story” todernst. Ein aufmerksamer Nachbar hört einen Rauchmelder, alarmiert die Feuerwehr, die kann einen beginnenden Schwelbrand im Keim ersticken – und rettet dabei das Leben der Schildkröte. Es hätte auch das von Menschen sein können. Abgesehen davon wurde ein großer Sachschaden verhindert.

Von Ralf Mittelbach

Die Feuerwehr Weinheim wurde am Donnerstagmittag gegen 13:45 Uhr zu einem Wohnungsbrand in den Haselnussweg gerufen. Ein aufmerksamer Nachbar hatte einen Rauchmelder in dem Mehrfamilienhaus und Brandgeruch wahrgenommen.

Durch den schnellen Notruf 112 konnte die Weinheimer Feuerwehr umgehend alarmiert werden. 30 Feuerwehrmänner und Frauen rückten mit zwei Löschfahrzeugen, der Drehleiter und dem Einsatzleitwagen zur Einsatzstelle aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten sich bereits alle Bewohner in Sicherheit gebracht, so dass sich die Einsatzkräfte auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnten.

Um eine Ausbreitung des Brandrauchs zu verhindern, wurde an der Wohnungseingangstür ein mobiler Rauchverschluss gesetzt, bevor der erste Angriffstrupp mit Wasser am Rohr unter Atemschutz in die Wohnung vorging.

Ein Rauchmelder rettete dieser Schildkröte das Leben. Klingt lustig? Ist es nicht - es hätten auch Menschen gefährdet sein können. Bild: Feuerwehr Weinheim

Mit der Wärmebildkamera war der Brand schnell lokalisiert. Es stellte sich heraus, dass eine Lampe in einem Terrarium Rindenmulch zum Kokeln gebracht hatte. Durch die Wärmestrahlung war auch bereits das darunter befindliche Möbel in Brand geraten.

Eine Schildkröte, die sich in dem einen Terrarium befand, konnte gerade noch von der Feuerwehr gerettet werden. Der Kleinbrand konnte schnell gelöscht werden und die Wohnung mit Hilfe eines Lüfters entraucht werden.

Zur Vorsorge wurde dem Besitzer der Schildkröte empfohlen, mit dem sichtlich erschrockenen Tier einen Tierarzt aufzusuchen. Die Schildkröte kann ihrem Nachbarn dankbar sein, dass er den Rauchmelder hörte, den bereits kleine Mengen an Rauch können für Lebewesen tödlich sein.

Anmerkung der Redaktion:
Ralf Mittelbach ist Pressewart der Feuerwehr Weinheim .

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Kommentare

  1. Dirk Pohlmann meint:

    Da sieht man mal, wie wichtig Brandmelder sind. Insbesondere sollte man regelmäßig die Funktionstüchtigkeit überprüfen und zu festelegten Termine die Batterien durchtauschen. Im Übrigen freue ich mich sehr für die Schildkröte, hatte als Kind auch eine!

  2. Roger Burk meint:

    Auch mal wieder typisch für deutsche Lande – in vielen Dingen überreguliert – aber da wo es drauf ankäme, kommt keine sinnvolle Regelung zustande. Will sagen, warum sind die Rauchmelder nicht schon längst Pflicht?

    So viele Leben hätten die schon gerettet (nicht nur Schildkröten), denn bekanntlicherweise sterben die meisten am Rauch & Kohlen-fälltmirjetztnichtein und nicht durch das Feuer.

    Hier in Hannover sträubt sich grad der Wohnungseigentümerverband gegen eine gesetztliche Regelung zur Rauchmelderpflicht mit dem “prächtigen” Argument, das höchstens einmal im Jahr vorkommende Pipsen, welches die schwache Batterie meldet, wäre eine zu große Belastung für die Mieter.
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