Sonntag, 27. November 2011 (22:31 Uhr)

« »

Matthias Bente: Architekt der Feuerwehrfusion


Guten Tag!

Weinheim, 02. Februar 2011. (pm) Matthias Bente tritt am Freitag als Abteilungskommandant Lützelsachsen/Hohensachsen ab. Als “Architekt” des Zusammenschlusses setzte er vor zehn Jahren die “Fusion” der Abteilungen Hohensachsen und Lützelsachen um.

Von Roland Kern

Bevor Matthias Bente das „U-Wort“ in den Mund nimmt, zögert er kurz. Manchmal wird er nämlich für diesen Vergleich auch kritisiert. Dann sagt er es aber doch: „Eine Feuerwehr ist im Grunde auch nicht anders zu führen als ein Unternehmen.“ Das ist eine klare Linie.

Aber Bente, seit elf Jahren Feuerwehr-Kommandant und seit zehn Jahren Kommandant der exakt mit Beginn seiner Amtszeit gegründeten Weinheimer Feuerwehrabteilung Lützelsachsen/Hohensachsen, ist damit immer gut gefahren. Als „Noigeplackter“ mit neutralem Blick war der gebürtige Niedersachse vor zehn Jahren genau der richtige Mann, um die Fusion der beiden Abteilungen Hohensachen und Lützelsachsen umzusetzen. Wohlgemerkt: Weder in Weinheim noch im ganzen Rhein-Neckar-Kreis ist es – außer bei den beiden Weinheimer Sachsen-Ortsteilen – bislang gelungen, zwei selbstständige Abteilungen zu einer einzigen zu verschmelzen.

Matthias Bente: Kühles Gemüt und eifriger Schaffer für die Feuerwehr. Bild: Stadt Weinheim

In „Weinheim Süd“ ist daher unter der Ägide Bentes ein Vorzeigeprojekt entstanden, so dass der jetzt 42-jährige Kommandant aus beruflichen Gründen zwar schweren Herzens aber mit gutem Gefühl die Spitze der Abteilung verlassen kann.

Der Stabwechsel soll am Freitag (4. Februar, 19 Uhr, Feuerwache Süd) im Rahmen der Jahreshauptversammlung erfolgen. Auch für Bentes Stellvertreter Thomas Paul und Markus Kratzer endet die Amtszeit. Thomas Paul will sich ebenfalls zurückziehen, Markus Kratzer hat weiter Ambitionen. Matthias Bente, IT-Experte in Führungsposition bei einem großen Automobilzulieferer, nimmt als „Architekt“ der bislang einzigen Feuerwehrfusion eine fast schon historische Rolle ein.

Dabei war es mit der Einheit nicht immer so leicht, wie er sich erinnert. Zwar war mit dem Bau der „Feuerwache“ Süd nahe der Ortsgrenze zwischen Lützelsachsen und Hohensachsen im Jahr 1980 buchstäblich schon der Grundstein gelegt für eine effiziente Kooperation der beiden Abteilungen, aber noch lange nicht wuchs zusammen, was heute zusammengehört. Ältere Kameraden erzählen heute noch von den Zeiten, in denen der Maschinenraum der Feuerwache durch ein Mäuerchen geteilt werden sollte. Hohensachsen auf der einen, Lützelsachsen auf der anderen Seite…

Im Jahr 2000 ist Bente zunächst Kommandant in Lützelsachsen geworden; erst vier Jahre nach seinem Zuzug aus Niedersachsen – wo er seit Kindesbeinen bei der Feuerwehr war – und seinem Eintritt in die Weinheimer Wehr.

Als vielleicht mitunter etwas distanzierterer Norddeutscher hat er die Ressentiments mancher Kameraden nie verstanden – und daher nie überbewertet. „Es ging mir um den rein sachlich-fachlichen Aspekt der größtmöglichen Einsatzkraft der Wehr“, beschreibt Bente heute, „der Feuerwehrdienst muss auch von Ehrenamtlichen so professionell wie möglich geleistet werden“.

Jedenfalls: Bente war die ausgleichende Führungsperson, die im Rahmen des Fusionsprozesses nötig war. Schon 2001 gingen beide Ortsteil-Wehren zusammen. Bente wurde der erste – und bislang einzige – Kommandant für ganz „Weinheim Süd“. Mittlerweile gibt es keine skeptischen Stimmen mehr, lediglich die Altersmannschaften treffen sich noch separat, immer mehr Aktive kommen jetzt schon aus einer ebenfalls vor zehn Jahren fusionierten Feuerwehrjugend. 64 Mann stark waren damals beide Wehren zusammen – exakt diese Truppenstärke konnte bis heute bewahrt werden.

Eine Einheit für „Weinheim Süd“ sei auch erforderlich, bekräftigt Bente, der auch ohne Kommandanten-Posten seiner Wehr erhalten bleibt. Schließlich sei der Einzugsbereich mit rund 8000 Bewohnern, der Bahnstrecke und einigen neuralgischen Punkten heikel, und rund 80 Einsätze im Jahr erfordern eine schlagkräftige Wehr, die sich als Einheit versteht. Für Rivalitäten bleibt da keine Zeit. „Ich habe versucht“, sagt der scheidende Vereiniger, „das in die Mannschaften hineinzutragen“. Wie es aussieht, ist es ihm gelungen.

Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim

« »

OB-Sekretariat: Ilonka Väth und Gabriele Schmitt folgen auf Ruth Kinzel und Gisela Klemm


Guten Tag!

Weinheim, 25. Januar 2011. Der Weinheimer Stadtverwaltung gehen 82 Jahre Erfahrung, Stressbewältigung, Flexibilität, Sachverstand, Ortskenntnis, Bürgernähe, Herzblut und Humor verloren. Denn so lange – zusammengerechnet natürlich – waren Ruth Kinzel und Gisela Klemm im Rathaus beschäftigt, mehr noch: verwurzelt. Die letzten acht Jahre ihres Berufslebens organisierten sie gemeinsam das Sekretariat von Oberbürgermeister Heiner Bernhard.

Von Roland Kern

Weinheim. Der Weinheimer Stadtverwaltung gehen 82 Jahre Erfahrung, Stressbewältigung, Flexibilität, Sachverstand, Ortskenntnis, Bürgernähe, Herzblut und Humor verloren. Denn so lange – zusammengerechnet natürlich – waren Ruth Kinzel und Gisela Klemm im Rathaus beschäftigt, mehr noch: verwurzelt. Die letzten acht Jahre ihres Berufslebens organisierten sie gemeinsam das Sekretariat von Oberbürgermeister Heiner Bernhard.

Generationenwechsel im OB-Sektretariat. Von links: Ruth Kinzel, Ilonka Väth, Gisela Klemm, Gabriele Klemm. Bild: Stadt Weinehim

Von dort planten sie den hektischen Berufsalltag des Rathauschefs zwischen Besprechungen und Terminen, Dienstreisen, Sitzungen und Bürgerbesuchen – und sorgten dafür, dass die Espresso-Maschine nie den Geist aufgab. Die Besuche von prominenten Persönlichkeiten wurden im Rückblick zu Höhepunkten der Dienstzeit, auch die Einträge ins Goldene Buch wurden meistens vom Vorzimmer organisiert.

Mit dem Monatsende gehen die 63-jährige Ruth Kinzel und die zwei Jahre jüngere Gisela Klemm in den Ruhestand beziehungsweise
in Altersteilzeit. Der Generationswechsel in der Schaltzentrale des Rathauses ist bereits vollzogen.

Seit Dezember wurden Ilonka Väth und Gabriele Schmitt in die Vorzimmer-Tätigkeiten eingearbeitet. Beide Damen sind schon einige Zeit in anderen Dienststellen des Rathauses beschäftigt und haben sich für diese neue verantwortungsvolle Tätigkeit empfohlen.

Ruth Kinzel und Gisela Klemm sind hin- und hergerissen. Der Job in den letzten Jahren hat sie ausgefüllt, mitunter bis an die Grenzen belastet. Und doch: „Es war ein Traumjob, ich würde es immer wieder machen“, blickt Gisela Klemm zurück. Abwechslungsreich war es, oft spannend bis nervenaufreibend, jeder Tag anders, viele Tage mit unvorhergesehenen Entwicklungen. „Planbar war da nichts“, schmunzelt Ruth Kinzel, die schon seit Dezember letzten Jahres morgens länger schlafen kann. „Aber langweilig war es noch keinen einzigen Tag“, beschreibt sie, „ich muss sogar erstmals einen privaten Terminkalender führen“.

Klar ist: „Kinzelklemm“, wie es manchmal im Rathaus zusammenfassend für das OB-Vorzimmer hieß, werden auch im Ruhestand einige Zeit miteinander verbringen. Schließlich sind die beiden Frauen Freundinnen geworden im Laufe der Jahre. „Man wird uns jetzt öfter mal auf dem Marktplatz sitzen und Kaffee trinken sehen“, verspricht Ruth Kinzel, die auch schon zahlreiche Angebote für ehrenamtliches Engagement bekommen hat – schließlich will man ihr Jahre lang bewiesenes Organisationstalent nutzen. Und Gisela Klemm will sich – noch – intensiver dem Sportprogramm bei ihrem Verein, der TSG, widmen. Dort leitet sie schon Jahre lang Aerobic-Kurse, bald will sie im Hector-Sport-Center aber auch an die Geräte.

Dennoch, es wird ihnen etwas fehlen. „Wir haben ja fürs Rathaus gelebt“, beschreibt Ruth Kinzel, die vor 42 Jahren in der Stadtkämmerei begonnen hat, dann als Sekretärin zum damaligen Bürgermeister Reibel wechselte. Seit Anfang der 80er Jahre arbeiten die beiden Frauen im Team. Und dabei schließt sich im OB-Vorzimmer ein Kreis.

Denn 1981 begannen sie gemeinsam im Sekretariat des Haupt- und Personalamtes, dessen Amtsleiter kein Geringerer als Heinrich Bernhard war, der Vater des heutigen Oberbürgermeisters. Bernhard sen. nimmt mit seinen 82 Jahren heute noch regen Anteil am Rathausgeschehen und verdient sich immer wieder aufs Neue den im Schloss bekannten Ehrentitel „OBV“ für „Oberbürgermeister-Vater“. OB Bernhard sagt: „Als ich mein Amt angetreten habe, gab es keinen Zweifel daran, dass Ruth Kinzel und Gisela Klemm ins Vorzimmer kommen.“ Auch er muss sich jetzt umgewöhnen.

Parallelen zwischen damals und heute sowie zwischen den beiden Bernhards können sie trotzdem kaum erkennen. Überhaupt: „Druck und Arbeitstempo haben in den letzten Jahren enorm zugenommen“, fasst Gisela Klemm zusammen. Kaum eine Minute, in der kein Telfon schrillt oder der E-Mail-Eingang erwartungsvoll blinzelt. Das Sekretariat muss entscheiden, was der OB dringend erfahren muss und was einen Tag Zeit hat. Da konnte sich Heiner Bernhard immer auf das Gespür seines Vorzimmers verlassen

<em>Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der <a href=”/83df80387c5f2ad597c554c4626ce94eheim.de” target=”_blank”>Stadt Weinheim</a></em>