Sonntag, 22. Juni 2014

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Ornithologen legten den Weinheimer Jungstörchen Ringe an

Meister Adebar wird überwacht

Weinheim, 06. Juni 2014. (red/pm) Vergangenen Mittwoch bekamen die Weinheimer Jungstörche Ringe angelegt. Die Vögel sind jetzt registriert. Dadurch können Vogelkundler neue Erkenntnisse über das Verhalten der Tiere erlangen.

Storch Ring

Beim Anlegen des Rings stellten sich die Vögel tot. Foto: Stadt Weinheim

“Manchmal ist die Natur echt praktisch. Wenn junge Störche in ihrem Nest Gefahr erkennen, stellen sie sich einfach tot. Akinese – so nennt der Vogelkundler, der Ornithologe, diese Schockstarre. Praktisch war dieses Verhalten gestern vor allem für Helmut Stein.

Der Ornithologe der Staatlichen Vogelwarte in Radolfzell am Bodensee (die wiederum eine Forschungseinsrichtung des Max-Planck-Institutes ist) konnte so in aller Ruhe den jungen Piepmatzen in ihrem Nest je einen kleinen metallenen Ring an einem Fuß befestigen. Das Erkennungszeichen wird der Storch nun sein Leben lang mit sich durch die Lüfte tragen. Damit geht es „Meister Adebar“ so wie es eine zeitlang Angela Merkels Handy ging: Egal wo er hinfliegt, er wird überwacht.

Ohnmächtige Vögel

Rund zehn Minuten dauerte die Prozedur am Storchennest, das sich auf einem Mast inmitten des Betriebshofs des Wasserwirtschaftsamtes an der Weschnitz im Weinheimer Westen befindet. Dann waren alle vier kleinen etwa drei Wochen alten Störche beringt. Als sie die Feuerwehrdrehleiter ansurren spürten, im Korb Ornithologe Stein und Feuerwehr-Stadtkommandant Ralf Mittelbach in voller Montur, fielen sie der Reihe nach in Ohnmacht.

„Akinese“, erklärte Weinheims „Vogelschutz-Papst“ Dietmar Matt, der die Aktion vom Boden aus verfolgte. Mama und Papa Storch kreisten indessen misstrauisch aber in sicherem Abstand am Himmel über der Weschnitz und beobachteten, was den Kleinen widerfuhr. Die Weinheimer Feuerwehr steuerte den „Lift“ zur Aktion bei.

Mit den Ringen sind die Weinheimer Jungstörche jetzt registriert. Wenn sie erst mal flügge geworden sind, werden sie Tausende von Kilometern zurücklegen, erklärte Dietmar Matt. Einmal wurde ein Weinheimer Storch dank seines Ringes im westafrikanischen Mali entdeckt.

Die Registrierung ermöglicht den Vogelkundlern immer wieder neue Erkenntnisse über das Verhalten der sagenumwobenen Vögel, die seit jeher als gleitende Fruchtbarkeitsbringer gelten. Drei Jahre halten sich die jungen Störche wohl irgendwo in Afrika auf, bis es sie wieder in die alte Heimat zieht. Dank des Weinheimer Rings weiß man jetzt immer, wo diese liegt.”

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